Endlich ohne Konsole
Die PlayStation-Plus-Streaming-App ermöglicht den Zugriff auf eine Bibliothek von PlayStation-5-Titeln, ohne dass eine physische Konsole im Haushalt steht. Nutzer benötigen lediglich ein kompatibles Endgerät, eine stabile Internetverbindung und ein aktives PlayStation-Plus-Premium-Abonnement.
- Die Rechenleistung erfolgt in den Sony-eigenen Rechenzentren.
- Audio- und Videosignale werden über das Netzwerk an den Bildschirm übertragen.
- Eingaben des Controllers erreichen den Server in Echtzeit.
Die technische Grundlage für dieses Angebot bildet die Infrastruktur, die Sony durch die Übernahme von Gaiikai im Jahr 2012 erwarb. Gaiikai war ein Pionier im Bereich des Cloud-Computings und legte den Grundstein für den Dienst PlayStation Now, welcher später in das heutige PlayStation-Plus-Modell überführt wurde.
Die Geschichte hinter dem Streaming
Sony startete seine Streaming-Bemühungen bereits 2014 mit der Beta-Version von PlayStation Now. Damals war das Ziel, PlayStation-3-Spiele auf die PlayStation 4 und ausgewählte Bravia-Fernseher zu bringen.
- PlayStation Now wurde 2015 für den PC zugänglich gemacht.
- Die Integration in das PlayStation-Plus-Abo erfolgte im Juni 2022.
- Der Dienst umfasst heute über 800 Titel aus verschiedenen PlayStation-Generationen.
Der aktuelle Vorstoß zur direkten App-Nutzung ohne Konsole erinnert an die Strategie von Microsoft mit dem Xbox Cloud Gaming. Während Microsoft auf eine Integration in Browser und die Game-Pass-App setzt, isoliert Sony sein Streaming-Angebot weiterhin in einem geschlossenen Ökosystem.
Der Haken
Die technische Einschränkung bleibt die Abhängigkeit von einer niedrigen Latenz. Selbst bei einer Glasfaseranbindung entstehen durch die Kodierung und Dekodierung der Videostreams Verzögerungen, die bei schnellen Actiontiteln oder kompetitiven Mehrspielerspielen spürbar sind.
- Die maximale Auflösung für das Streaming liegt aktuell bei 4K.
- Nutzer berichten bei hohen Bildraten von gelegentlichen Kompressionsartefakten.
- Die Latenzzeit hängt physisch von der Entfernung zum nächsten Sony-Serverstandort ab.
Ein weiterer Haken betrifft die Spielebibliothek. Nicht jeder Titel, der im PlayStation-Store gelistet ist, unterstützt das Cloud-Streaming. Publisher behalten sich das Recht vor, ihre Titel von der Streaming-Option auszuschließen oder diese auf bestimmte Zeitfenster zu begrenzen.
Einordnung im Markt
Der Wettbewerb um den Cloud-Markt hat sich seit der Einstellung von Google Stadia im Januar 2023 gewandelt. Google scheiterte mit einem reinen Cloud-Modell, da das Geschäftsmodell des Einzelkaufs von Spielen in der Cloud bei den Kunden keine ausreichende Akzeptanz fand.
- Nvidia GeForce Now agiert als neutraler Plattformanbieter für bestehende Steam-Bibliotheken.
- Xbox Cloud Gaming ist fester Bestandteil des Ultimate-Abos für 17,99 Euro monatlich.
- Sony positioniert sein Angebot als exklusive Ergänzung für die Hardware-Basis der PlayStation 5.
Die Kosten für PlayStation Plus Premium liegen in Deutschland bei 16,99 Euro pro Monat, sofern keine jährliche Zahlung gewählt wird. Ein einzelnes Spiel ohne Abo-Bindung in die Cloud zu streamen, ist im derzeitigen Modell von Sony technisch nicht vorgesehen. Das System funktioniert ausschließlich über die monatliche Gebühr, was die Hemmschwelle für Gelegenheitsspieler im Vergleich zu Modellen wie GeForce Now anhebt.