Der CEO spricht Klartext (oder fast)
Hideaki Nishino, CEO von Sony Interactive Entertainment, hat in einem Interview angedeutet, dass die PlayStation 6 ein Feature besitzen könnte, das sie stark an die Nintendo Switch erinnert. Die Rede ist von einer portablen Version der Next-Gen-Konsole.
Bislang gab es nur Spekulationen und Gerüchte aus der Community. Doch nun kommt der Hinweis direkt von der Spitze des Unternehmens, das ist der bisher größte Indikator für ein tragbares Modell.
Die Vita-Erfahrung: Erfolg und Scheitern
Sony brachte 2004 die PlayStation Portable (PSP) auf den Markt. Sie verkaufte sich weltweit rund 80 Millionen Mal, ein solides Ergebnis, aber deutlich hinter dem Nintendo DS (154 Millionen). 2011 folgte die PS Vita mit OLED-Display und Touchpad. Ihre Verkaufszahlen blieben mit geschätzten 10 bis 16 Millionen Einheiten weit hinter den Erwartungen zurück.
Der Hauptgrund: fehlender First-Party-Support. Sony stellte nach zwei Jahren die Entwicklung eigener Vita-Spiele ein. Dritthersteller zogen nach. Die Konsole wurde zum Nischenprodukt. Ein Comeback im Handheld-Markt müsste diese Fehler vermeiden, etwa durch durchgängige Kompatibilität mit dem PS6-Ökosystem.
Ein Blick zurück
Sony hat mit der PlayStation Portable (PSP) und der PS Vita bereits zwei mobile Konsolen auf den Markt gebracht. Beide hatten ihre Stärken, aber der Vita fehlte letztlich der langfristige Support.
Ein erneuter Vorstoß in den mobilen Markt könnte diesmal besser gelingen. Die Technik ist heute ausgereifter, und die PS5 hat gezeigt, wie beliebt Spiele auch unterwegs sein können, etwa via Remote Play.
Der Markt für Hybrid-Konsolen 2025
Die Nintendo Switch hat seit 2017 über 141 Millionen Einheiten verkauft. Sie bewies, dass eine Hybrid-Konsole mit stationärer und tragbarer Nutzung ein Massenpublikum erreicht. Der Steam Deck von Valve verkaufte sich seit 2022 schätzungsweise 3 Millionen Mal, genug, um Sonys Interesse zu wecken.
Hier liegt der Unterschied: Die Switch läuft mit einem maßgeschneiderten Nvidia-Chip, der kaum mit PS5-Leistung mithalten kann. Ein tragbares PS6-Modell müsste entweder leistungsfähiger sein (teurer, schwerer) oder Abstriche bei der Grafik machen. Sonys Remote Play-Funktion über WLAN ist kein Ersatz für natives Spielen.
Was würde eine portable PS6 bedeuten?
- Spieler könnten ihre PS6-Bibliothek unterwegs nativ nutzen, ohne Cloud-Dienste oder Streaming.
- Die Nintendo Switch hat vorgemacht, wie erfolgreich Hybrid-Konsolen sind, Sony könnte diesen Ansatz aufgreifen.
- Ein portables Modell würde das Ökosystem von PlayStation erheblich erweitern.
Bisher konzentrierte sich Sony auf stationäre High-End-Hardware. Eine portable PS6 wäre eine strategische Neuausrichtung.
Technische Hürden: Akku, Gewicht, Preis
Um aktuelle PS5-Spiele portabel zu machen, wäre ein AMD-Chip der nächsten Generation nötig, der bei geringer Leistungsaufnahme hohe Taktraten liefert. Die PS5 verbraucht im Betrieb rund 200 Watt, eine tragbare Konsole darf maximal 15–20 Watt verbrauchen, um eine Akkulaufzeit von 2–3 Stunden zu erreichen.
Ein möglicher Kompromiss: Die portable PS6 läuft Spiele mit reduzierten Details und niedrigerer Auflösung. So wie die Switch Spiele im Handheld-Modus mit 720p statt 1080p darstellt. Sonys Ingenieure hätten auch die Wahl zwischen einem integrierten Display oder einer Docking-Lösung wie bei der Switch.
Noch keine offiziellen Details
Hideaki Nishino nannte keine konkreten Spezifikationen oder Release-Fenster. Es handelt sich um eine vorsichtige Andeutung, nicht um eine offizielle Ankündigung. Sony hat die PS6 bislang nicht einmal offiziell bestätigt.
Trotzdem: Wenn der CEO selbst über eine portable Version spricht, ist das mehr als nur ein Gerücht. Die Fans dürfen gespannt sein, ob die nächste Generation tatsächlich in die Hosentasche passt.
Patente und Leaks: Was die Branche erwartet
Im Februar 2025 meldete Sony ein Patent für ein „tragbares Spielgerät mit zwei Bildschirmen und abnehmbaren Controllern“ an. Das erinnert an die Nintendo Switch oder das PlayStation Portal, das 2023 als reiner Streaming-Controller für PS5 erschien. Brancheninsider wie Tom Henderson spekulieren seit Monaten über eine echte portable PS6.
Microsoft hat mit dem Xbox Cloud Gaming ebenfalls mobile Ambitionen, aber kein eigenes Handheld-Gerät in Entwicklung. Sollte Sony eine native portable Konsole liefern, könnte es sich einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz sichern, vorausgesetzt, die Software-Pipeline stimmt.