Kein Helm, trotzdem Volldampf
Sony erweitert sein PS5-Audio-Portfolio. In den kommenden Monaten erscheinen die Pulse Elevate, kabellose Lautsprecher, die als Alternative oder Ergänzung zu den hauseigenen Headsets dienen. Statt Schweiß unter der Polsterung gibt es jetzt freie Ohren und trotzdem 3D-Audio.
Die Pulse Elevate sind kein Soundbar-Ersatz, sondern speziell für die Tempest 3D AudioTech der PS5 optimiert. Sie sollen den Raumklang projizieren, ohne dass ihr Kabel oder Klemmen braucht.
Technik und Timing
- Verfügbarkeit: Release innerhalb der nächsten Monate, Sony hat noch keinen konkreten Termin genannt.
- Konnektivität: Dedizierter Wireless-USB-Dongle (vermutlich wie bei den Pulse-3D-Headsets), kein Bluetooth zum TV.
- Preis: Noch nicht offiziell. Erwartet wird eine Positionierung zwischen den Pulse-3D-Kopfhörern (ca. 100 €) und teureren Soundbars.
- Design: Kompakte, runde Lautsprecher, die an die Ästhetik der PS5-Konsole angelehnt sind, weiße Kunststoff-Optik mit schwarzen Akzenten.
Ein Akku ist mit an Bord, die Laufzeit soll für mehrere Sessions reichen. Details zur Ladedauer fehlen noch.
Die Pulse-Serie im Rückblick
Sony brachte das Pulse 3D Headset im November 2020 für 99,99 € auf den Markt. Es wurde das meistverkaufte Gaming-Headset des Jahres 2021 im US-Einzelhandel (laut NPD Group). Die Pulse Explore, die ersten In-Ear-Kopfhörer für die PS5, folgten im Dezember 2023 für 199,99 €. Sie erhielten gemischte Kritiken: präziser Klang, aber nur fünf Stunden Akkulaufzeit. Gleichzeitig erschien das Pulse Elite Over-Ear-Headset (149,99 €) mit 30 Stunden Laufzeit. Die Pulse Elevate sind der erste Lautsprecher der Serie. Der Name „Elevate“ deutet auf die offene Bauweise hin, anders als die geschlossenen Pulse Elite.
Für wen lohnt sich der Kauf?
Die Pulse Elevate richten sich an Spieler, die Headsets hassen, weil sie drücken, schwitzen oder die Frisur ruinieren. Oder an Leute, die den Sound mit anderen im Raum teilen wollen. Horror-Titel wie "Alan Wake 2" oder Shooter wie "Call of Duty" profitieren vom räumlichen Hören ohne Kopfhörer.
- Vorteil: Kein Isolationseffekt, ihr hört Türklingeln oder Mitbewohner.
- Nachteil: Kein Mikrofon integriert. Für Chat braucht ihr weiter ein Headset oder die Controller-Buchse.
Sony scheint bewusst eine Lücke zu füllen: Bisher gab es nur die Pulse-3D-Kopfhörer und die In-Ear-„Pulse Explore“. Jetzt kommt eine offene Alternative.
Branchenkontext: Tempest jenseits von Kopfhörern
Bis heute war Sonys Tempest 3D AudioTech auf Kopfhörer und das teure HT-A9 Heimkinosystem (1700 €) beschränkt. Die Pulse Elevate sind der erste preisgünstige Lautsprecher mit direktem Tempest-Support. Konkurrierende Systeme wie die Razer Leviathan V2 (250 €) nutzen THX Spatial Audio, die SteelSeries Arena 3 (200 €) eine eigene Virtualisierung, keins wird von der PS5 als Tempest-Gerät erkannt. Sony setzt auf einen proprietären USB-Dongle, der niedrige Latenz verspricht. Die Pulse-3D-Headsets erreichten unter 30 ms. Ob die Lautsprecher mithalten, ist offen.
Konkurrenz und Erwartungen
Dritthersteller wie SteelSeries oder Razer bieten schon länger Gaming-Lautsprecher, aber selten mit offiziellem PS5-3D-Audio-Support. Sony setzt auf proprietären Funk und enge Abstimmung mit der Konsole. Ob die Pulse Elevate den gleichen satten Klang wie das Pulse-3D-Headset liefern, bleibt abzuwarten, Lautsprecher in Zimmerlautstärke haben es schwerer, feine Details zu transportieren.
Sony selbst spricht von „maßgeschneidertem Sound für jede Umgebung“. Ob das Marketing oder Hand und Fuß ist, zeigt sich beim ersten Test. Ein Preis unter 150 Euro wäre für viele der Kaufanreiz.
Technische Hürden der offenen Bauweise
Offene Lautsprecher verlieren in großen Räumen an räumlicher Präzision. Sonys HT-A9 gleicht das mit vier Mikrofonen zur Raumkalibrierung aus. Die Pulse Elevate bringen nach aktuellen Informationen keine eigenen Mikrofone mit. Der DSP muss ohne Rückmeldung der Raumakustik arbeiten. Hinzu kommt der fehlende Isolationseffekt, Umgebungsgeräusche überlagern leise Details. Sony verrät nicht, ob die Lautsprecher eine automatische Entzerrung per App oder über die PS5-Konsole bieten.