Der Traum des Schöpfers
Richard Garriott, Erfinder der legendären Ultima-Reihe, arbeitet angeblich daran, die Rechte an seiner Schöpfung von Electronic Arts zurückzuerlangen. Einem Bericht von PC Gamer zufolge könnte dies bereits im nächsten Jahr geschehen.
Die Nachricht elektrisiert die Retro-Gaming-Community. Ultima gilt als Urvater der Computer-Rollenspiele und prägte das Genre wie kaum eine andere Serie.
Ein Zitat mit Sprengkraft
Die Quelle des Optimismus ist ein Satz von Garriott selbst: "Every decade or so, I tried to work with EA on a revival of Ultima."
Dieses Eingeständnis zeigt: Der Schöpfer hat nie aufgegeben. Regelmäßig versuchte er, bei EA für eine Wiederbelebung der Serie zu werben, bisher vergeblich.
Was bedeutet das für Fans?
- Eine Rückkehr der Rechte zu Garriott könnte neue Spiele oder Remaster ermöglichen.
- Die Serie Ultima, besonders Ultima VII und Ultima Online, hat bis heute eine treue Fangemeinde.
- Allerdings gibt es keine offizielle Bestätigung von EA oder Garriott selbst. Es bleibt vorerst ein Gerücht.
Die Geburtsstätte: Origin Systems
Richard Garriott gründete Origin Systems 1983 zusammen mit seinem Bruder Robert. Zuvor hatte er 1979 bereits Akalabeth: World of Doom veröffentlicht, ein direkter Vorgänger von Ultima. Origin entwickelte auch Serien wie Wing Commander und System Shock, beide später von EA übernommen. Der Verkauf von Origin an Electronic Arts erfolgte 1992 für rund 35 Millionen US-Dollar.
Ultima: Meilensteine und Verkaufszahlen
Die Reihe umfasst neun Hauptteile (1981–1999) sowie das Online-Spiel Ultima Online (1997). Ultima IV: Quest of the Avatar (1985) führte ein Moral-System ein, das für Rollenspiele ungewöhnlich war. Ultima VII: The Black Gate (1992) gilt als Höhepunkt mit einer lebendigen, interaktiven Welt. Ultima Online erreichte über 100.000 aktive Abonnenten, die monatlich 9,99 US-Dollar zahlten. Die Gesamtverkäufe der Marke werden auf über 5 Millionen Einheiten geschätzt.
Branchenkontext: Rückholaktionen und Präzedenzfälle
Garriott wäre nicht der erste Schöpfer, der eine alte IP von einem Publisher zurückkauft. Nightdive Studios erwarb 2012 die Rechte an System Shock von Atari und finanzierte ein Remake per Kickstarter (über 1,3 Millionen US-Dollar). Interplay verkaufte Fallout an Bethesda, doch dort handelte es sich um einen Verkauf, nicht um eine Rückholung. Meist bleiben IPs bei den Publishern, Garriotts wiederholte Versuche deuten auf jahrelange Verhandlungen hin. Ein Erfolg wäre ein seltener Präzedenzfall in der Branche.
Garriotts Weg nach EA
Nach der Übernahme von Origin arbeitete Garriott noch bis 2000 bei EA. 2008 gründete er das Studio Portalarium und startete 2013 ein Crowdfunding für Shroud of the Avatar, einen spirituellen Nachfolger von Ultima, der über 1,9 Millionen US-Dollar einspielte. Das Spiel erschien 2018, konnte aber kommerziell nicht an die Origin-Titel anknüpfen. Garriott besitzt die Rechte an Shroud of the Avatar, nicht aber an Ultima. Seine Bemühungen, EA zu einer Zusammenarbeit zu bewegen, sind durch Interviews und alte Blogposts dokumentiert.
EA und das Erbe von Ultima
Electronic Arts besitzt die Markenrechte seit der Übernahme von Origin Systems im Jahr 1992. Seitdem ruhte die Reihe weitgehend. Ein Revival scheiterte immer wieder an internen Hürden.
Garriotts Aussage, er habe „jedes Jahrzehnt“ versucht, mit EA zusammenzuarbeiten, zeigt die Frustration. Bisher haben weder EA noch Garriott den Bericht offiziell kommentiert.