Ein alter Klassiker neu aufgelegt
R-Type Dimensions III ist die jüngste Neuauflage des Arcade-Klassikers, der 1987 durch Irem die Spielhallen prägte. Das Spiel kombiniert die ersten beiden Teile der Serie in einem Paket, welches den fliegenden Wechsel zwischen Pixel-Grafik und moderner 3D-Optik erlaubt.
Optik und Technik im Check
- Die neuen Grafik-Assets arbeiten mit einer nativen Auflösung von 4K und bieten konstante 60 Bilder pro Sekunde.
- Trotz dieser technischen Basis zeigen sich in den Hitboxen der Schiffe logische Fehler.
- Das Entwicklerstudio Tozai Games zeichnet für diese Portierung verantwortlich, nachdem sie bereits Lode Runner und Spelunker HD neu aufgelegt haben.
Das Problem mit der Präzision
In einem Shoot ‘Em Up ist die Kollisionsabfrage das Fundament der Spielbarkeit. Bei R-Type Dimensions III liegt die aktive Trefferzone des Schiffs, der sogenannte „Hurtbox“, nicht exakt über dem sichtbaren Modell. Diese Diskrepanz zwischen der optischen Darstellung und der internen Logik führt zu Momenten, in denen Spieler Treffer kassieren, obwohl das Schiff den Gegner oder das Projektil optisch nicht berührt hat.
Die Historie hinter dem Projekt
Die R-Type-Serie startete 1987 als einer der ersten Titel, die das „Charge“-System einführten, bei dem Spieler den Schuss halten und aufladen konnten. Nach dem Erfolg der ersten Teile in den 90ern durch Irem geriet die Marke in eine lange Pause, bis Granzella die Rechte erwarb. Granzella wurde von ehemaligen Irem-Mitarbeitern gegründet, was die direkte Kontinuität zum Kultstatus der Serie erklärt.
Branchenkontext und Vergleich
Der Markt für „Horizontal Scroller“ ist seit dem Erfolg von Gradius V und Sine Mora EX wieder in den Fokus von Liebhabern gerückt. Während moderne Ableger wie R-Type Final 2 auf eine eigene Engine und komplexe 3D-Modelle setzen, bleibt R-Type Dimensions III bei der klassischen 2D-Mechanik. Im Vergleich zu Mushihimesama oder DoDonPachi fehlt diesem Remake jedoch die präzise, pixelgenaue Definition der Hitboxen, die für das Genre üblich ist.
Der Start in einen heißen Sommer
Die Veröffentlichung markiert den Beginn einer Offensive von Granzella, die weitere Klassiker in das aktuelle Portfolio integrieren wollen. Die technischen Schwächen bei den Kollisionen sind ein bekanntes Erbe der vorangegangenen Dimensions-Releases, die bereits auf der PlayStation 3 und Xbox 360 für ähnliche Diskussionen sorgten. Trotz der Mängel bei der Kollisionsabfrage bleibt die Spielmechanik durch das „Force“-Modul, welches als Schild und Waffe dient, ein Alleinstellungsmerkmal.
Fakten für Retro-Fans
- Der Retro-Modus nutzt die originale Programmierung von 1987 und 1989.
- In diesem Modus sind die Hitboxen identisch mit dem Arcade-Original, was Puristen bevorzugen.
- Die modernisierte Fassung nutzt hingegen neue Kollisions-Algorithmen, die von Tozai Games implementiert wurden.
- Die Steuerung zeigt in den modernisierten Abschnitten eine leichte Latenz von etwa zwei Frames im Vergleich zum Original.
Bosskämpfe wie das berühmte „Bydo“-Schlachtschiff verlangen in R-Type Dimensions III aufgrund der ungenauen Hitboxen ein höheres Maß an Auswendiglernen der Angriffsmuster. Spieler müssen die Flugbahnen der Projektile weiträumiger umfahren, als es das visuelle Feedback nahelegt. Dies führt dazu, dass der Schwierigkeitsgrad der Bosse künstlich durch die technische Ungenauigkeit steigt, anstatt durch das Design der Gegner selbst. In den Online-Ranglisten zeigt sich, dass besonders die späteren Level ohne das „Infinite Continue“-Feature eine hohe Frustgrenze bei Neueinsteigern erzeugen.