EndeNews Logo EndeNews
RAM-Preise künstlich hoch? Samsung, SK Hynix und Micron vor US-Klage wegen Preisabsprachen
News

RAM-Preise künstlich hoch? Samsung, SK Hynix und Micron vor US-Klage wegen Preisabsprachen

Eine US-Sammelklage wirft den drei größten RAM-Herstellern vor, durch Absprachen bei Preisen und Produktion die Speicherkrise für Gamer verschärft zu haben.

F
FatimaEzzahra Zouhoum
TEILEN: Twitter Reddit

Der Vorwurf: Abgesprochene Verknappung

Eine US-Sammelklage beschuldigt die Chip-Giganten Samsung, SK Hynix und Micron, den anhaltenden RAM-Notstand für Endverbraucher bewusst verschlimmert zu haben. Die Klage wirft den drei Herstellern vor, Preise und Liefermengen abgesprochen zu haben.

Im Kern geht es um die These, dass die Konzerne ihre Produktion koordiniert von Consumer-RAM (DDR4/DDR5 für PCs) auf High Bandwidth Memory (HBM) verlagert haben. HBM wird fast ausschließlich in KI-Rechenzentren verbaut, ein Milliardengeschäft, bei dem die Margen enorm sind.

Die Folgen für Gamer: Leere Regale, absurd hohe Preise

Die Kehrseite der HBM-Schwemme: Auf dem Endkundenmarkt herrscht chronischer Mangel. Wer aktuell ein neues Gaming-Rig baut oder aufrüsten will, kennt das Problem.

  • DDR5-Riegel kosten teilweise das Doppelte dessen, was sie vor zwei Jahren kosteten.
  • Grafikkarten mit viel VRAM sind rar und überteuert.
  • Der geplante Umstieg auf DDR5-Systeme wird für viele zum Geduldsspiel oder zum Luxus.

Die Kläger argumentieren, dass die Dreierbande bewusst kein Unternehmen die entstandene Lücke füllen ließ. Stattdessen hielten sie die Preise künstlich hoch, und zwar durch Absprache, nicht durch echten Wettbewerb.

Ein Déjà-vu aus den 90ern?

Schon in den 1990er Jahren gab es ähnliche Kartellvorwürfe gegen RAM-Hersteller. Damals wie heute geht es um die Frage: Handelt es sich um Marktlogik oder um illegale Absprachen?

Die aktuelle Klage könnte die Branche ordentlich durchrütteln. Sollte sie Erfolg haben, drohen den drei Konzernen hohe Schadensersatzforderungen. Das Geld müsste theoretisch an alle Endverbraucher zurückfließen, die überteuerte RAM-Produkte gekauft haben, inklusive Gamer.

Was jetzt passiert

Die Anwaltskanzleien sammeln Beweise. Samsung, SK Hynix und Micron haben sich bisher nicht offiziell zu den Vorwürfen geäußert. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Vorwürfe in einem Gerichtsverfahren erhärten lassen.

Für PC-Spieler heißt das erst einmal: Weiterhin hohe Preise kassieren, während die Hersteller ihre HBM-Profite in den KI-Himmel schießen. Ein Trost: Wenn die Klage durchkommt, gibt’s vielleicht irgendwann eine Rückerstattung, sofern man seine Quittungen aufgehoben hat.

VERWANDTE ARTIKEL