Ein Meisterwerk der Zerstörung
Volition und THQ Nordic brachten 2018 Red Faction: Guerrilla Re-Mars-tered auf den Markt. Die Mischung aus Open-World-Action und der legendären Geo-Mod-Engine überzeugt bis heute.
Das Original von 2009 definierte, was mit zerstörbaren Umgebungen möglich ist. Das Remaster poliert Grafik und Performance auf, ohne die Kernmechanik zu verwässern.
Die Macher: Volitions Weg zur Mars-Apokalypse
Volition wurde 1996 von ehemaligen Parallax Software-Mitarbeitern gegründet. Ihr erstes Spiel Summoner (2000) war ein klassisches Rollenspiel, doch der Durchbruch gelang mit Red Faction (2001) auf der PS2: Die Geo-Mod-Engine erlaubte erstmals dynamische Löcher in Wänden, aber nur in engen Korridoren. 2002 folgte Red Faction 2 mit verbesserter KI, noch immer linear.
2006 übernahm THQ das Studio, und Volition wechselte zu Saints Row, einer GTA-Parodie, die mit Saints Row: The Third (2011) kommerziell triumphierte. Parallel arbeiteten sie an Red Faction: Guerrilla (2009), das die Mars-Zerstörung in eine offene Welt übersetzte. Das Original verkaufte sich über 2,5 Millionen Mal, doch der Nachfolger Red Faction: Armageddon (2011) kehrte zu linearen Höhlen zurück, ein finanzielles Desaster, das die Serie beendete.
- Volition wurde 2023 von Embracer Group geschlossen, nachdem Saints Row (2022) floppte.
- Das Remaster 2018 wurde nicht von Volition, sondern vom externen Studio KAIKO entwickelt, das auch Gothic 2: Die Nacht des Raben und Gothic 1 remasterte.
Warum die Zerstörung immer noch unübertroffen ist
- Jedes Gebäude besteht aus einzelnen Bauteilen, die physikalisch korrekt brechen und fallen.
- Sprengstoff, Hammer und Fahrzeuge hinterlassen sichtbare, dauerhafte Schäden.
- Ganze Mars-Siedlungen lassen sich systematisch dem Erdboden gleichmachen.
Kein zweites Spiel bietet diese taktische Tiefe im Umgang mit der Umgebung. Red Faction: Guerrilla Remastered zeigt, warum die Geo-Mod-Engine bis heute als Benchmark gilt.
Ein Remaster, das die Seele bewahrt
Die überarbeiteten Texturen, höhere Auflösungen und stabilere Bildraten machen den Mars-Rebellenkampf noch eindrucksvoller. Die Steuerung bleibt knackig, die KI der Gegner herausfordernd.
- Die Kampagne schickt Spieler als Minenarbeiter im Aufstand gegen die Earth Defense Force.
- Offene Welt mit Nebenmissionen, Fahrzeugen und versteckten Upgrades.
Technische Details des Remasters: Auf PS4 Pro und Xbox One X läuft das Spiel in 4K mit 60 fps, das Original erreichte auf PS3/Xbox 360 nur 720p bei 30 fps. PC-Spieler profitieren von unbegrenzter Framerate und einer Sichtweite, die die Marslandschaft bis zum Horizont zeigt.
Einordnung: Wo das Remaster 2018 stand
2018 brachte THQ Nordic das Remaster für 29,99 Euro auf den Markt. Zum Vergleich: Im selben Jahr erschienen Red Dead Redemption 2, God of War und Spider-Man, alle mit hohem Budget, aber ohne vergleichbare Zerstörungsphysik. Selbst Battlefield Bad Company 2 (2010) ließ nur Fassaden einstürzen, keine inneren Tragwerke.
Ein naher Verwandter ist Teardown (2022), das mit Voxel-basierter Zerstörung arbeitet, aber auf kleinere Szenarien beschränkt bleibt. Red Faction: Guerrilla bleibt das einzige Open-World-Spiel, das Dutzende Gebäude gleichzeitig zum Einsturz bringt, in Echtzeit, ohne Ladezeiten.
- Metacritic-Wertung des Originals: 85 (PS3) und 87 (Xbox 360).
- Remaster erhielt ebenfalls 80–85, Kritiker lobten die verbesserte Optik, bemängelten aber fehlende neue Inhalte.
- Das Remaster verkaufte sich bis 2020 laut THQ Nordic über 1 Million Einheiten, ein solider Erfolg für eine Neuauflage einer zehn Jahre alten Marke.
Ein Klassiker, der nicht altert
Red Faction: Guerrilla Re-Mars-tered ist mehr als eine optische Auffrischung. Die Zerstörungsphysik bleibt der unangefochtene Star.
Wer Action mit planbarem Chaos sucht, findet an diesem Titel keine Alternative. Die Marskolonie wartet darauf, in Schutt und Asche gelegt zu werden.