Ein deutlicher Meilenstein
Sonys State of Play am 2. Juni hat alle bisherigen Rekorde gebrochen.
Laut Daten des Streaming-Analyse-Dienstes Stream Hatchet erreichte die Show auf YouTube und Twitch zusammen 5,3 Millionen gleichzeitige Zuschauer, das sind 27 % mehr als die vorherige Bestmarke aus dem September 2025 (4,2 Millionen). Die Verweildauer lag im Schnitt bei 81 % der Sendezeit, ein Wert, den übliche Branchen-Events wie die Xbox Games Showcase 2025 mit 76 % nicht erreichten.
Die Präsentation fand im Vorfeld des Summer Game Fest 2026 statt, das am 3. Juni in Los Angeles startete. Sony sendete von einem eigenen Studio in San Mateo, live via Twitch und YouTube.
Warum gerade diese Ausgabe so stark war
- Das Timing war clever: direkt vor dem Summer Game Fest, als die gesamte Branche auf Neuigkeiten fiebert. Sony hatte die Show ursprünglich für Mitte Mai geplant, verschob sie aber auf den 2. Juni, um den Hype um das nahende Geoff-Keighley-Event zu nutzen.
- Sony hat die State-of-Play-Reihe in den letzten Jahren konsequent als eigenständige Marke etabliert. Seit der ersten Ausgabe im März 2019 (12 Minuten, 2,1 Millionen Zuschauer) wuchs die durchschnittliche Zuschauerzahl pro Show um rund 11 % pro Jahr. Die Juni-Ausgabe 2026 profitierte zudem von einem speziellen „Pre-Show“-Stream auf TikTok, der die Reichweite auf jüngere Zielgruppen ausdehnte, dort verzeichnete Sony 1,4 Millionen weitere Aufrufe.
- Die Mischung aus Ankündigungen, Gameplay-Trailern und Überraschungen scheint diesmal besonders gut getroffen zu haben. Sony zeigte 27 Minuten Material, verteilt auf 14 Titel. Davon waren laut Niko Partners-Analyst 9 Spiele exklusiv oder zeitlich exklusiv für PlayStation, der höchste Anteil an Exklusivinhalten seit der State of Play vom Mai 2021.
Konkrete Inhalte der Show wurden von Sony nicht einzeln aufgeschlüsselt, aber der Gesamteindruck spricht für sich: nie zuvor schalteten so viele Leute gleichzeitig ein. Die Spike-in-Twitter-Trends zeigten, dass drei Hashtags aus der Show weltweit trendeten, mehr als bei jeder vorherigen State of Play.
Ein fester Platz im Spiele-Jahr
Seit dem Start der Reihe 2019 hat sich State of Play von einer kleinen Videoshow zum Pflichttermin entwickelt.
Die Juni-Ausgabe 2026 beweist, dass Sony den Dreh raus hat: kurze, knackige Präsentationen, die sowohl Core-Gamer als auch Gelegenheitsspieler abholen.
Das Summer Game Fest als Aufhänger dürfte zusätzlich geholfen haben, die Aufmerksamkeit der Szene war ohnehin auf Los Angeles gerichtet. Sony platzierte die Show bewusst 24 Stunden vor dem ersten Geoff-Keighley-Stream, um die „Pre-Event-News-Dominanz“ zu sichern, eine Taktik, die Nintendo mit seinen Directs vor der E3-Woche 2019 etablierte.
Die Entwicklung der State-of-Play-Reihe selbst ist ein Indikator für Sonys Strategiewechsel. Nach dem Ende der E3-Teilnahme 2019 startete Sony drei Shows pro Jahr, meist im Februar, Juni und September. Die Juni-Ausgabe war traditionell die schwächste (2019: 1,8 Mio., 2020: 2,4 Mio.), bis Sony ab 2023 begann, sie als „Summer Showcase“ zu positionieren, mit längeren Laufzeiten (25–30 Minuten) und mehr First-Party-Trailern. Die Juni-Ausgabe 2025 knackte erstmals die 4-Millionen-Marke.
Was das für die Zukunft bedeutet
Sony muss jetzt liefern: die nächste State-of-Play-Show wird unter noch größerer Erwartungshaltung stehen.
Dass die Reihe als Marke funktioniert, haben die Zahlen eindrucksvoll belegt. Jetzt kommt es auf die Inhalte an.
Die Größe des Publikums setzt Sony unter Druck: Laut Bloomberg-Berichten vom Mai 2026 plant das Unternehmen für die September-Ausgabe eine 50-minütige Sondershow mit Fokus auf Marvel’s Spider-Man 3 und einem neuen God of War-Ableger. Sollte das Publikum dann nicht ähnlich stark sein, könnte der Hype nachlassen. Sony hat zudem angekündigt, ab 2027 vier State-of-Play-Termine pro Jahr einzuführen, die Juni-Show war der erste Test für dieses höhere Tempo. Die 5,3 Millionen Zuschauer geben der Führung grünes Licht.