President Curtis: Der Held, den die Welt braucht
Das Rick & Morty-Team hat ausgepackt: Ein geplanter Witz über Donald Trump landete im Müll. Der Grund ist simpel, er passte nicht zur neuen Vision eines idealisierten Präsidenten.
Die Figur President Curtis wurde geschaffen, um die Welt zu beschützen. Ein plumpes Trump-Bashing hätte diese positive Botschaft untergraben.
Warum der Witz flog
- Trump-Witze sind in Adult Swim-Serien eigentlich Standard, aber hier störten sie den Ton.
- President Curtis ist kein Anti-Trump, sondern ein echter Held. Die Show wollte eine optimistische Alternative zeigen.
- Laut den Machern wäre ein Seitenhieb auf den Ex-Präsidenten wie ein Fremdkörper gewesen, wie eine politische Keule in einer Sci-Fi-Komödie.
Der feine Unterschied
Die Entscheidung zeigt: Rick & Morty setzt bei President Curtis auf ein Ideal, nicht auf billige Polemik. Statt Trump zu veräppeln, liefert die Serie eine Fantasie von funktionierender Führung.
Ob das funktioniert, hängt vom Geschmack ab. Eines ist sicher: Der scraped Witz wäre heute nur noch ein müder Nachhall von 2020.
Die Macher und ihre Handschrift
Dan Harmon und Justin Roiland entwickelten Rick & Morty 2013 aus dem experimentellen Kurzfilm „The Real Animated Adventures of Doc and Mharti“ für den Channel 101.
Harmon schuf zuvor die NBC-Sitcom „Community“ (2009–2015), die für selbstreferenzielle Meta-Gags bekannt war. Roiland steuerte Stimme und Grotesk-Humor bei.
Beide trennten sich 2023 nach Roilands umstrittenem Abgang; die Serie wird seit Staffel 7 ohne ihn fortgeführt. President Curtis stammt aus dieser neuen Ära.
Frühere Staffeln: Hohe Erwartungen, härtere Töne
Die Serie startete mit 11 Episoden und erreichte durchschnittlich 2,4 Millionen Zuschauer pro Folge in den USA.
Bisher erschienen 7 Staffeln mit 71 Episoden (Stand 2023). Die achte Staffel ist für 2025 angekündigt.
In früheren Staffeln nahm Rick & Morty oft politische Figuren ins Visier, etwa Ex-Präsidenten-Parodien oder fiktive Diktatoren. Der Verzicht auf einen Trump-Gag ist daher ein bewusster Bruch mit der eigenen Tradition.
Wie andere Serien mit Trump umgingen
„South Park“ (seit 1997) integrierte Trump-Witze ab 2015 fast wöchentlich, oft als „Member Berries“ oder direkt als „Mr. Garrison“.
„Family Guy“ nutzte den Ex-Präsidenten als Running Gag, ließ ihn etwa in einem Badeanzug auftreten.
„Rick & Morty“ hingegen wählte den Gegenentwurf: kein satirischer Seitenhieb, sondern ein Gegenentwurf zu realpolitischer Enttäuschung. Die Entscheidung fiel während der Dreharbeiten zu Episode 7 der siebten Staffel, wie Showrunner Scott Marder in einem Interview mit The A.V. Club bestätigte.
Konkrete Zahlen und Rezeption
Die siebte Staffel verzeichnete auf Adult Swim einen durchschnittlichen Marktanteil von 0,54 % bei den 18- bis 49-Jährigen, ein leichter Rückgang von 0,61 % in Staffel 6.
Das Rotten-Tomatoes-Ergebnis für Staffel 7 liegt bei 87 % (Kritiker) und 79 % (Publikum). President Curtis taucht erstmals in Episode 4 auf und wird von Keith David („The Thing“, „They Live“) gesprochen, der bereits die Rolle des US-Präsidenten in mehreren Episoden übernahm.
Die Diskussion um den gestrichenen Witz entfachte eine Debatte auf Reddit: Nutzer in r/rickandmorty stritten, ob Optimismus oder Satire in politisch aufgeheizten Zeiten besser funktioniert. Ein Kompromiss? Die Show behielt einen indirekten Trump-Verweis bei: President Curtis trägt eine blaue Krawatte mit Pailletten, eine Anspielung auf das „Make America Great Again“-Design, aber ohne Namensnennung.