Neuer Kurs für das Avengers-Franchise
Robert Downey Jr. hat sich öffentlich zu Avengers: Doomsday geäußert. Der Schauspieler, der Tony Stark alias Iron Man spielte, verspricht: „Wir werden versuchen, euer Vertrauen und euren Respekt ganz neu zu gewinnen.“ Der Film gehe eine andere Richtung als Infinity War und Endgame.
Was bisher bekannt ist
- Downey Jr. machte keine Details zur Handlung oder zu neuen Figuren.
- Klar ist: Die Erzählweise und der Ton sollen sich von den Vorgängern unterscheiden.
- Ob Iron Man tatsächlich wieder auftaucht, bleibt unbestätigt.
Das Studio selbst hält sich bislang bedeckt. Es gibt weder einen konkreten Starttermin noch offizielle Bilder oder einen Trailer.
Ein schwieriges Erbe
Nach dem Megaerfolg von Endgame (2019) liegen die Erwartungen extrem hoch. Downey Jr.s Aussage klingt nach Demut, fast wie eine Entschuldigung für frühere Entscheidungen. Der Film müsse das Publikum neu überzeugen, scheint die Botschaft zu sein.
Für Marvel-Fans bedeutet das: Keine einfache Fortsetzung, sondern ein Neuanfang. Wie der aussehen wird, sagt Downey Jr. nicht. Aber sein Versprechen, Respekt zurückzugewinnen, ist ein klares Signal: Avengers: Doomsday wird anders.
Die Historie des Studios und die Folgen des Endspiels
Marvel Studios begann 2008 mit Eigenproduktionen. Iron Man spielte 585 Millionen US-Dollar ein und startete das Marvel Cinematic Universe (MCU). Kevin Feige plante über 20 Filme als zusammenhängende Erzählung, die in Avengers: Infinity War (2018) und Endgame (2019) gipfelte.
- Infinity War erzielte 2,048 Milliarden US-Dollar weltweit, Endgame 2,798 Milliarden.
- Beide Filme inszenierten die Russo-Brüder, die für den düsteren Ton und das Tempo bekannt sind.
- Nach Endgame verließ Downey Jr. das MCU. Das Studio fokussierte sich auf neue Figuren wie Shang-Chi, Eternals und She-Hulk.
Die Zuschauerzahlen sanken. Phase 4 und 5 brachten gemischte Ergebnisse: Doctor Strange in the Multiverse of Madness (2022) spielte 955 Millionen, Ant-Man and the Wasp: Quantumania (2023) nur 476 Millionen. Der Tiefpunkt war The Marvels (2023) mit 206 Millionen US-Dollar, der niedrigste Umsatz eines MCU-Films seit 2008.
Finanzielle und strategische Neuausrichtung
Marvel reagierte mit personellen Wechseln. Die Russo-Brüder kehren für Avengers: Doomsday zurück. Downey Jr. kehrt laut Branchenberichten ebenfalls zurück, angeblich in einer neuen Rolle, möglicherweise als Doctor Doom.
- Der ursprüngliche Plan für Avengers: The Kang Dynasty wurde nach Jonathan Majors‘ Verurteilung im Dezember 2023 verworfen.
- Auf der San Diego Comic-Con im Juli 2024 gab Marvel bekannt: Der neue Film heißt Avengers: Doomsday und startet am 1. Mai 2026.
- Dreharbeiten sollen 2025 beginnen. Ein Drehbuch existiert laut Quellen von Variety seit Frühjahr 2024, geschrieben von Michael Waldron (Loki, Doctor Strange 2).
Die Produktionskosten werden auf 350-400 Millionen US-Dollar geschätzt, ähnlich wie bei Endgame (356 Millionen). Das Studio setzt darauf, dass Downey Jr. mit seiner Präsenz das Publikum zurückholt.
Branchenkontext: Superhelden-Müdigkeit und neue Strategien
Die Filmindustrie diskutiert seit 2023 eine Superhelden-Müdigkeit. Mehrere große Franchises floppten: DC mit The Flash (268 Millionen bei 200 Millionen Budget) und Aquaman and the Lost Kingdom (434 Millionen). Sony erzielte mit Spider-Man: Across the Spider-Verse (690 Millionen) als Animationsfilm einen Ausnahmeerfolg.
- Marvels eigener Hit Deadpool & Wolverine (2024) spielte über 1,3 Milliarden US-Dollar ein.
- Der Erfolg zeigt: Nostalgie und etablierte Stars funktionieren noch, aber Durchschnittskost nicht.
- Avengers: Doomsday versucht genau diesen Spagat: Altbekannte Gesichter (Downey Jr., Russo-Brüder) mit einem neuen Ansatz.
Vergleichbare Releases: Spider-Man: No Way Home (2021) holte 1,9 Milliarden mit Multiversum und Nostalgie. Avengers: Doomsday soll laut Downey Jr. aber nicht auf „größer oder lauter“ setzen, sondern auf emotionale Resonanz. Das wäre eine Abkehr von der spektakulären CGI-Schlacht-Formel der Infinity-Saga.
Was Downey Jr.s Aussage konkret bedeutet
Der Schauspieler sprach in einem Interview mit Variety (August 2024) davon, dass der Film „anders sein wird als alles, was wir bisher gemacht haben“. Er betonte Charaktertiefe statt Effekthascherei.
- Gerüchte deuten auf eine Adaption der Secret Wars-Comics, die 1984 und 2015 erschienen sind.
- In der Comicvorlage kämpfen paralleluniversale Helden und Schurken gegeneinander. Downey Jr.s Rolle als Doctor Doom wäre dort zentral.
- Konkrete Handlungsdetails sind nicht bestätigt. Marvel hält ein Multiversum-Setting für wahrscheinlich, da die Phase 4 und 5 darauf aufbauen.
Marvels letzter Film mit ähnlich charaktergetriebenem Ansatz war Guardians of the Galaxy Vol. 3 (2023): 845 Millionen US-Dollar und durchgehend positive Kritiken. Der Druck auf Avengers: Doomsday ist enorm. Nach dem Rekord von Endgame muss ein Film mit Downey Jr. als Zugpferd funktionieren. Das Studio gönnt sich dafür fast fünf Jahre Vorbereitungszeit seit dem letzten Avengers-Film.