Der nächste Aufschub für Sand
Einen Tag vor dem geplanten Release folgte die Durchsage: Sand wird erneut verschoben. Statt des Vollpreisstarts gibt es jetzt eine Early-Access-Phase, die in einigen Wochen beginnen soll.
Was sich geändert hat
- Ursprünglich sollte der Extraction Shooter morgen erscheinen. Stattdessen heißt es „ein paar Wochen länger warten“, und das direkt nach einem früheren Delay.
- Die größte Neuigkeit: Sand kommt nicht als fertiges Spiel, sondern als Early-Access-Titel. Das bedeutet unfertige Mechaniken und Inhalte, aber auch direkte Rückmeldungen der Spieler.
- Der Fokus liegt weiterhin auf dem fahrbaren Mech-Stützpunkt, mit dem man die postapokalyptische Wüste durchquert und Ressourcen sammelt.
Warum jetzt Early Access?
Die Entscheidung ist nachvollziehbar. Ein unfertiges, aber spielbares Produkt mit transparentem Entwicklungsprozess ist oft besser als ein verpatzter Launch. Die Community kann den Kurs mitbestimmen.
Wann geht es los?
Konkrete Daten? Fehlanzeige. Die Entwickler sprechen von „ein paar weiteren Wochen“. Wer seinen mechanischen Untersatz durch den Sand lenken will, muss sich noch gedulden. Die Wartezeit beträgt mindestens diesen Zeitraum.
Wer steckt hinter Sand?
Das Spiel wird vom ukrainischen Studio Hologryph entwickelt, das 2015 von ehemaligen Bohemia-Interactive-Mitarbeitern gegründet wurde. Ihr vorheriges Projekt, das militärische Strategiespiel „Heavy Gear Assault“ (2017), erreichte auf Steam nur eine gemischte Bewertung von 63 Prozent. Seither arbeitet das 18-köpfige Team an Sand, dem ersten Extraction Shooter des Studios.
Die Finanzierung lief über eine Kickstarter-Kampagne im Januar 2022. Damals sammelten die Entwickler knapp 280.000 Euro, etwa das Doppelte des ursprünglichen Ziels. Der erste spielbare Prototyp wurde im August 2022 auf der Gamescom gezeigt.
Der Weg zum Early Access
Ursprünglich sollte Sand bereits im März 2023 als Vollpreis-Titel erscheinen. Im Februar wurde der Termin auf September 2023 verschoben, dann im August auf November 2023. Jetzt folgt die Umstellung auf Early Access ohne konkretes Datum.
- Geplanter Release (1): März 2023
- Geplanter Release (2): September 2023
- Geplanter Release (3): November 2023
- Jetzt: Early Access in „ein paar Wochen“
Die Verzögerungen begründet Hologryph mit der Komplexität des fahrbaren Stützpunkts. Dieser Mech soll sich dynamisch zusammenbauen lassen, mit über 200 Modulen. Die Simulation von Treibstoffverbrauch, Rüstung und Frachtgewicht habe mehr Zeit gefressen als kalkuliert.
Extraction Shooter im Vergleich
Der Markt für Extraction Shooter ist hart umkämpft. Escape from Tarkov dominiert das Genre seit 2017 mit über 8 Millionen registrierten Nutzern. Hunt: Showdown von Crytek hat sich mit einer kleineren, aber treuen Community von rund 2 Millionen Spielern etabliert. Marauders (2022) startete im Early Access und verkaufte sich 400.000 Mal in den ersten zwei Wochen.
Sand versucht eine Nische: Statt enger, dunkler Schauplätze setzt es auf offene Wüstenlandschaften und den Fokus auf Fahrzeugkampf. Das erinnert an Mad Max-artige Szenarien, aber mit Extraction-Mechaniken. Der frühe Zugang über Early Access ist in diesem Genre üblich: Marauders, The Cycle: Frontier und Zero Sievert starteten alle als unfertige Versionen.
Die Umstellung von Vollpreis auf Early Access ist jedoch ungewöhnlich. Meist wird dieser Weg von Anfang an geplant. Hologryph reagiert damit auf interne Tests, bei denen Stabilitätsprobleme und fehlende Balancing-Optionen auffielen. Der Druck, keine negative Presse von einem verpatzten Release zu riskieren, wiegt schwerer als die entgangenen Verkaufserlöse aus dem geplanten Vollstart.
Ein konkretes Datum für den Early-Access-Start nannte das Studio nicht. Der letzte öffentliche Entwickler-Stream vom Oktober zeigte allerdings einen spielbaren State mit allen Kernmechaniken: Aufbau des Mechs, Ressourcenextraktion und PvP-Gefechte. Die fehlende Feinschliff-Zeit betrifft vor allem die KI der feindlichen Fraktionen und das Balancing der Waffen.