Sandustry: Fabrikbau mit Pixel-Sand-Physik ist nun im Early Access
Hooded Horse und Lantto Games haben ihr 2D-Factory-Spiel Sandustry veröffentlicht, mit Ressourcen, die in physikbasierte Pixel zerfallen.
Sommerhitze? Besser Sand graben
Die britische Hitzewelle trieb einen Redakteur von Rock Paper Shotgun dazu, virtuelle Wasserfälle zu suchen. Stattdessen fand er Sandustry, ein Spiel, das ihn herausfordert, eine Welt aus Sand zu erodieren.
Das Resultat: ein 2D-Factory-Building-Titel mit einer besonderen Mechanik. Ressourcen brechen hier in einzelne Pixel auseinander, die jeweils eigene Physik besitzen.
Fakten zum Release
- Early Access von Sandustry startete am 13. August 2025.
- Erhältlich auf Steam, GOG und im Microsoft Store.
- Publisher ist Hooded Horse, entwickelt von Lantto Games.
Wer sich den Trailer ansieht, sollte vorsichtig sein: Laut Ankündigung „absorbiert er alle verbleibenden Körperflüssigkeiten“. Typisch Hooded Horse: düsterer Humor inklusive.
Wer ist Lantto Games?
Das Studio wurde 2017 von zwei ehemaligen Mojang-Mitarbeitern in Stockholm gegründet. Ihr erstes Spiel „Pixeldrift“ (2019) war ein Rennspiel mit Sandphysik, technisch bemerkenswert, aber kommerziell ein Flop (unter 10.000 Verkäufe).
Eine Kickstarter-Kampagne 2022 (Ziel: 50.000 Euro, erreicht: 78.000 Euro) finanzierte die frühe Entwicklung von Sandustry. Der Publisher Hooded Horse stieg 2024 ein, bekannt für „Against the Storm“ (über 2 Millionen Verkäufe) und „Manor Lords“ (Early Access mit über 3 Millionen Wishlists).
Die Pixel-Engine ist eine Eigenentwicklung namens „Granular“ auf Unity-Basis. In einem Blogpost gaben die Entwickler an, über zwei Jahre an der Kollisionsberechnung für mehr als 100.000 gleichzeitige Partikel gearbeitet zu haben.
Branchenkontext: Sand als Baustoff
Das Genre der Factory-Spiele wächst stetig. Factorio (2016) verkaufte über 3,5 Millionen Einheiten, Satisfactory (2019) über 1 Million. Sandustry unterscheidet sich durch seine dynamische Topologie: Wo andere Spiele mit statischen Ressourcen arbeiten, verändert jeder Förderbandvorgang die Landschaft aktiv.
Vergleichbare Titel mit Pixel-Physik sind „Noita“ (2019) und „Powder Toy“ (Open Source). Noita zeigte, dass Pixel-Simulationen als Spielprinzip funktionieren, Sandustry überträgt das auf die Fabrik-Automation. Ein direkter Vorgänger: „InfiniFactory“ (2022), ein 2D-Factory-Spiel ohne Pixel-Physik. Sandustry gilt als erste konsequente Verbindung beider Konzepte.
Wie spielt sich das?
- Terraria-artige 2D-Perspektive: Du gräbst, baust und organisierst Förderbänder.
- Jeder Pixel Sand, Stein oder Erz reagiert einzeln auf Schwerkraft und Kollision.
- Ziel: Aus loser Materie eine funktionierende Fabrik formen, mit all den üblichen Automatisierungs-Herausforderungen.
Das Besondere: Nichts ist fest. Du musst mit instabilen, ständig nachrutschenden Ressourcen arbeiten. Kein statisches Inventory, sondern ein dynamisches Pixelmeer.
Früher Zugang, was heißt das?
Der Early-Access-Status bedeutet, dass Sandustry noch nicht fertig ist. Neue Biome, Maschinen und Story-Elemente sollen folgen. Die Basis jedoch steht: flüssige Pixel-Physik in einer offenen Sandkiste.
Wer auf Factory-Games wie Factorio oder Satisfactory steht, aber eine chaotischere, physikgetriebene Variante sucht, sollte hier zugreifen. Der Trailer auf Steam zeigt bereits beeindruckende Kettenreaktionen aus Sandlawinen und Förderband-Ordnung.
Frühe Resonanz und konkrete Zahlen
Innerhalb der ersten Woche zeichneten sich auf Steam über 120.000 Wishlist-Einträge ab. Der Preis liegt bei 19,99 Euro (10 Prozent Rabatt in der Startwoche). Erste Nutzerbewertungen sind „Sehr positiv“ (86 Prozent aus 1.200 Rezensionen). Kritisiert wird die fehlende Tutorial-Tiefe, gelobt die physikalische Konsistenz.
Rock Paper Shotgun nannte Sandustry „den entspanntesten Fabrik-Builder, den man spielen kann, solange man nicht gegen die Schwerkraft kämpft“.