Kotaku ruft die Freak-Parade aus
Ein Artikel auf Kotaku feiert die seltsamsten kleinen Gestalten aus The Legend of Zelda: Ocarina of Time. Der Autor zählt seine persönlichen Lieblingsfreaks auf, von tanzenden Goronen bis zum unheimlichen Maskenhändler. Wir stimmen zu: Diese Typen gehören in ein Remake.
- Der grüne Grashüpfer-Mann im Forst der verlorenen Seelen
- Die schrullige Hexe im Sumpf
- Der alte Mann in der Höhle, der Link die Schwerttechnik beibringt, während er selbst kaum stehen kann
Sie alle machen Hyrule erst richtig lebendig.
Wer sind diese „Weird Little Guys“?
Die Liste konzentriert sich auf NPCs, die absurd wirken. Der Händler im Mask Shop starrt Link an und lacht unvermittelt los. Der Deku-Händler preist seine Waren mit einem nervösen Tic an. Die Goronen schütteln bei jeder Gelegenheit ihre fetten Bäuche. Jeder hat einen eigenen Tick, eine eigene Animation, in der N64-Version durch polygonarme Grafik noch grotesker.
Warum gerade diese Freaks?
In einem Remake mit moderner Grafik könnten diese Figuren noch mehr Charakter zeigen. Der Grashüpfer-Mann bekäme detaillierte Behaarung, seine Glubschaugen leuchteten im Licht der verlorenen Wälder. Mehr Mimik und flüssigere Animationen würden ihre Skurrilität betonen, ohne den Charme zu verlieren. Die Deku-Butler oder die Zora-Königin, sie alle könnten lebendiger wirken.
Der Entwickler und seine Geschichte
Nintendo EAD (Entertainment Analysis & Development) entwickelte Ocarina of Time unter der Regie von Shigeru Miyamoto und Toru Osawa. Das Team hatte zuvor Super Mario 64 (1996) fertiggestellt, das erste 3D-Plattformspiel der Firma. Die Erfahrung mit offenen 3D-Welten floss direkt in Hyrule ein. Die Musik komponierte Koji Kondo, der bereits für die Melodien von Super Mario Bros. und The Legend of Zelda auf dem NES verantwortlich war. Der Soundtrack von Ocarina of Time gilt bis heute als einer der einflussreichsten der Branche.
Ocarina of Time in Zahlen
Das Spiel verkaufte sich auf dem N64 über 7,6 Millionen Mal. Auf dem Nintendo 3DS kam der Remaster von 2011 auf weitere 4,5 Millionen Einheiten. Die Metacritic-Wertung liegt bei 99 von 100, der höchste Wert, den ein Spiel je erreicht hat, geteilt mit Tony Hawk’s Pro Skater 2 (Dreamcast) und Soulcalibur (Dreamcast). Die Entwicklung dauerte rund drei Jahre, mit einem Budget von etwa 2 Millionen US-Dollar (inflationsbereinigt rund 4 Millionen). In Japan erschien das Spiel am 21. November 1998, in Europa erst am 11. Dezember 1998.
Remakes und Remaster: Der Branchentrend
Nintendo hat klassische 3D-Titel mehrfach neu aufgelegt. Super Mario 64 erhielt auf dem Nintendo DS ein Remake mit neuen Levels (2004). Crash Bandicoot: N. Sane Trilogy (2017) und Spyro Reignited Trilogy (2018) zeigten, dass polygonarme Plattformer mit moderner Engine publikumswirksam sind. Sony brachte Shadow of the Colossus (PS4, 2018) komplett neu. Der Trend zu HD-Remakes boomte ab 2015. Nintendo blieb meist bei Remastern oder Portierungen, wie der Link’s Awakening-Remake (Switch, 2019) oder Metroid Prime Remastered (Switch, 2023). Ein Vollremake von Ocarina of Time wäre technisch und künstlerisch eine Herausforderung: Die Levelstruktur und das Kampfsystem müssten angepasst werden, ohne die Magie von 1998 zu zerstören.
Gibt es überhaupt ein Remake?
Offiziell hat Nintendo kein Remake von Ocarina of Time angekündigt. Die 3DS-Version von 2011 war ein Remaster mit überarbeiteter Grafik, aber kein vollständiges Remake. Ein echtes Remake bleibt vorerst Wunschdenken. Die Fan-Community träumt seit Jahren davon, Hyrule in der Unreal Engine 5 zu sehen. Bisher schweigt Kyoto.
Unser Fazit
Vielleicht ist genau diese skurrile Seele der Grund, warum Ocarina of Time bis heute geliebt wird. Die kleinen, merkwürdigen Gestalten geben der Welt etwas Unberechenbares. Sollte Nintendo jemals den Schritt wagen, hoffen wir auf eine originalgetreue Darstellung mit modernem Feinschliff. Bis dahin genießen wir die Freak-Parade in glücklichen 240p.