Sieben Jahre auf dem Brett
Teamfight Tactics wird sieben, und die Verantwortlichen lassen es sich nicht nehmen, zurückzublicken. In einem Interview mit Polygon sprachen die Entwickler Alex Cole und Christina Jiang über die Geschichte des Auto-Battlers und das bevorstehende Geburtstagsevent.
Die beiden Designer gewährten dabei einen seltenen Einblick hinter die Kulissen eines Spiels, das 2019 als League of Legends-Spin-Start startete und sich zu einer eigenständigen Größe im Genre mauserte.
Was die Entwickler im Interview ansprachen
- Die siebenjährige Entwicklung von TFT: von den ersten chaotischen Sets bis zur heutigen strategischen Tiefe.
- Die Herausforderungen, ein Spiel mit wechselnden Mechaniken und einem ständigen Metashift frisch zu halten.
- Die Community als treibende Kraft hinter vielen Designentscheidungen, ein Punkt, den Cole und Jiang immer wieder betonten.
Über konkrete Inhalte des Jubiläums schwiegen sich die beiden noch aus. Klar ist nur: Das Event steht unmittelbar bevor und dürfte Fans mit besonderen Belohnungen und vielleicht einem Rückblick auf vergangene Sets überraschen.
Ein Blick zurück, und nach vorn
Sieben Jahre bedeuten im schnelllebigen Live-Service-Geschäft eine Ewigkeit. TFT hat sich durchgesetzt, weil es nie stillstand: Jedes Set brachte neue Synergien, neue Champions und neue Chaosmomente.
Das Interview bei Polygon liest sich wie eine Liebeserklärung an die eigene Arbeit. Cole und Jiang scheinen stolz darauf, was aus dem kleinen Experiment „Auto Chess im LoL-Universum“ geworden ist. Der Geburtstag wird nun gefeiert, mit einem Event, das die Reise würdigen soll, ohne die Zukunft aus den Augen zu verlieren.
Riot Games: Ein Studio jenseits von LoL
Riot Games gründete 2006 mit nur einem Produkt: League of Legends (2009). Der Erfolg des MOBAs erlaubte dem Studio jahrelang, auf einen Launch zu verzichten. Erst 2019 wagte Riot den Schritt in neue Genres, mit Teamfight Tactics, Valorant (Taktik-Shooter, 2020) und den Single-Player-Titeln Ruined King (2021) und Song of Nunu (2023).
Alex Cole war zuvor Lead Gameplay Designer für LoL und wechselte zu TFT. Christina Jiang arbeitete als Producerin an mehreren Live-Service-Projekten bei Riot. Beide gehören zur Kerncrew, die den Auto-Battler von einem experimentellen Spielmodus innerhalb von LoL zu einer eigenständigen Plattform mit eigener Client-Logik, Ranglistensystem und Turnierszene aufbaute.
Die Evolution der Sets, und was sie kosteten
Jedes Set von TFT folgt einem eigenen Thema, das Champions, Synergien und Mechaniken neu definiert. Set 1 (2019) startete mit dem bekannten LoL-Roster und einfachen Klassen-Synergien. Set 2 „Rise of the Elements“ führte Elementar-Hexfelder ein. Spätere Sets wie „Galaxies“ (Weltraum-Skins), „Dragonlands“ (Drachen als Kernmechanik) oder „Monsters Attack!“ (Monster-Champions) bauten die Komplexität aus.
Laut Riot durchlief TFT bis März 2025 insgesamt 14 Sets, inklusive Mid-Set-Updates, die etwa alle zwei Monate neue Champions und Traits hinzufügten. Die Entwicklung eines Sets dauert rund sechs Monate und involviert ein Kernteam von etwa 40 Personen, plus Qualitätssicherung und Datenanalyse. Die Kosten pro Set liegen nach Schätzungen von Brancheninsidern bei mehreren Millionen US-Dollar, finanziert durch das Free-to-Play-Modell mit kosmetischen Mikrotransaktionen.
Branchenkontext: Das Auto-Battler-Genre nach dem Boom
TFT startete im Sommer 2019, nur Monate nachdem das Mod Dota Auto Chess (von Valve-Mitarbeiter Drodo Studio) den Genre-Hype auslöste. Valve veröffentlichte wenig später Dota Underlords, Blizzard integrierte Hearthstone Battlegrounds als Auto-Battler-Modus. Bis 2020 überholte TFT alle Konkurrenten: Riot meldete im August 2020 33 Millionen monatliche Spieler und über 1 Milliarde Spielstunden im ersten Jahr.
Heute ist TFT der dominierende Auto-Battler, mit eigener Esports-Liga (TFT Esports), saisonalen Turnieren und einem Mobile-Client, der 2020 auf iOS und Android erschien. Dota Underlords wurde 2022 eingestellt, Battlegrounds läuft weiter, bleibt aber Nische. Branchenanalysten führen TFTs Überleben auf die enge Kopplung an das LoL-Ökosystem, den ständigen Set-Wechsel und die clevere Monetarisierung (Arenen, Little Legends, Chibi-Figuren) zurück.
Konkrete Zahlen zum siebten Geburtstag
Das Jubiläumsevent folgt auf frühere Geburtstagsfeiern: Zum dritten Geburtstag 2022 gab es freie Little Legends und ein Retro-Set. Zum fünften 2024 ein „Golden Fiddle“-Event mit exklusiven Skins. Für 2026 erwarten Dataminer ein „Archive“-Event, das Spieler durch eine Zeitreise aller bisherigen Sets führt, inklusive temporärer Spielmodi mit alten Mechaniken. Riot hat bisher weder Termin noch Details bestätigt, aber der Polygon-Artikel deutet darauf hin, dass die Entwickler den Fokus auf Community-Belohnungen und einen Rückblick legen, nicht auf neue Paid-Content.
Das Interview endet mit einem knappen Satz von Jiang: „Wir feiern nicht nur die Vergangenheit, wir bereiten das nächste Set vor.“ Ob Set 15 direkt nach dem Event startet oder ob ein Mid-Set dazwischen liegt, ließen Cole und Jiang offen.