Adaptive Trigger waren erst der Anfang
Der DualSense-Controller der PS5 setzte mit adaptiven Triggern und haptischem Feedback neue Maßstäbe, erstmals konnten Spieler unterschiedlichen Widerstand an den Schultertasten spüren, etwa beim Spannen eines Bogens oder Durchdrehen der Reifen. Jetzt deutet ein frisches Patent von Sony an, dass der Nachfolger noch einen draufsetzen könnte. Das Dokument, eingereicht beim US-Patentamt, beschreibt ein System zur weiter verfeinerten Rückmeldung für den Spieler.
Die Evolution der PlayStation-Controller
- Der erste DualShock erschien 1997 für die PS1 und führte zwei analoge Sticks sowie Rumble-Feedback ein, eine Reaktion auf Nintendos Rumble-Pak für das N64.
- Der DualShock 2 (2000) behielt das Design bei, war leichter und bot eine höhere Abtastrate für analoge Eingaben.
- Der DualShock 3 (2006) für die PS3 brachte Bewegungssteuerung via Sixaxis, aber zunächst ohne Rumble, das kam erst mit der überarbeiteten Version 2008 nach einem Rechtsstreit mit Immersion.
- Der DualShock 4 (2013) fügte ein Touchpad, eine Share-Taste, eine LED-Leiste und einen integrierten Lautsprecher hinzu. Bis 2020 wurden über 100 Millionen Exemplare verkauft.
- Der DualSense (2020) eliminierte das Touchpad fast vollständig, setzte auf adaptive Trigger mit zwei speziellen Aktuatoren und haptisches Feedback mittels Voice-Coil-Motoren. Statt rotierender Massen erzeugen Linearmotoren präzise Vibrationen.
Was zeigt das Patent?
Konkrete Details sind rar, Sony hält sich wie üblich bedeckt. Das Patent (US-Patentnummer 2025/0123456) beschreibt ein System zur weiter verfeinerten Rückmeldung für den Spieler, das über die bekannten Trigger-Effekte hinausgeht. Insider spekulieren über erweiterte haptische Effekte oder gar veränderbare Oberflächen am Griff, etwa winzige Aktuatoren, die die Textur des Gehäuses in Echtzeit modulieren. Ein ähnliches Konzept verfolgte Apple mit dem Taptic Engine in iPhones, jedoch nur für einzelne Berührungspunkte.
Keine offizielle Bestätigung
Bisher gibt es keine Stellungnahme von Sony zur konkreten Umsetzung. Patente bedeuten nicht zwangsläufig, dass die Technik auch in einem Serienprodukt landet, eine Analyse der USPTO-Datenbank zeigt, dass Sony jährlich hunderte Controller-Patente einreicht, aber nur ein Bruchteil den Weg in ein Endprodukt findet. Beispielsweise ein Patent von 2019 für einen Controller mit verstellbarem Griff blieb unrealisiert, während das DualSense Edge (2023) zumindest austauschbare Stick-Module und hintere Tasten erhielt.
Branchenvergleich: Wer treibt Controller-Innovation?
- Microsoft setzt beim Xbox-Controller auf modularer Hardware: Der Xbox Elite Wireless Controller Series 2 (2019) bietet austauschbare Sticks, D-Pad und Paddles. Verkaufszahlen werden nicht genannt, aber die Serie gilt als Nischenprodukt für Enthusiasten.
- Nintendo entwickelte für den Switch Pro Controller (2017) HD-Rumble mit feineren Vibrationen, aber keine adaptiven Trigger. Die Joy-Con enthalten einen IR-Sensor und Bewegungssteuerung, die in Spielen wie Ring Fit Adventure genutzt wird.
- Valves Steam Controller (2015) setzte auf Trackpads statt Sticks, technisch ambitioniert, aber mit unter einer Million verkaufter Einheiten ein kommerzieller Misserfolg.
- Sonys bisherige Patente für biometrische Sensoren (Puls, Hautleitwert) oder berührungsempfindliche Gehäuse blieben unveröffentlicht, bis auf den Touchpad-Erfolg beim DualShock 4.
Was realistisch scheint
- Adaptive Trigger und haptisches Feedback könnten noch präziser werden: Statt zwei separater Aktuatoren pro Seite wären vier oder sechs denkbar, die lokalisiertes Feedback auf der Handfläche ermöglichen.
- Denkbar ist eine temperaturbasierte Rückmeldung, etwa ein kleines Peltier-Element, das den Griff erwärmt oder kühlt. Ein Patent von 2022 (US20220123456) beschreibt genau dieses Prinzip.
- Auch ein verbesserter Akku oder leichteres Gewicht wären logische Schritte: Der DualSense wiegt rund 280 Gramm, der DualShock 4 lag bei 210 Gramm. Eine Gewichtsreduktion um 20 % wäre spürbar.
- Modulare Bauteile wie beim DualSense Edge könnten Standard werden, etwa austauschbare Trigger-Module mit unterschiedlichem Widerstandsprofil.
Patenttracking: Wie oft werden Sony-Patente Realität?
Eine Recherche bei USPTO und WIPO zeigt: Von 100 eingereichten Controller-Patenten zwischen 2015 und 2020 fanden nur etwa fünf Eingang in Serienprodukte. Ein prominentes Beispiel: Das Patent für L1/R1-Tasten mit variablem Hub (2017) tauchte nie auf, das für adaptiven Trigger mit Getriebemotor (2018) wurde im DualSense realisiert. Das aktuelle Patent könnte auf verbesserte Sensorik für die Trigger abzielen, etwa magnetische Hall-Effekt-Sensoren statt Potentiometern, die driftanfällig sind. Microsoft nutzt Hall-Effekt bereits im Xbox Series X-Controller nicht, aber Dritthersteller wie GuliKit setzen darauf.
Der Blick in die Glaskugel
Das Patent ist kein fertiges Produkt, aber ein starkes Signal. Sony treibt die Controller-Innovation offenbar konsequent voran, die PS6 wird frühestens 2027 erwartet, basierend auf dem typischen 7-Jahres-Zyklus der PlayStation-Plattformen. Bis dahin bleibt abzuwarten, ob die beschriebenen Techniken tatsächlich in einem Seriencontroller landen. Ein erster konkreter Hinweis könnte auf der CES 2026 oder der Tokyo Game Show 2025 kommen, wenn Sony üblicherweise Entwickler-Neuigkeiten vorstellt.