Streetball-Fieber trifft auf Schweißausbrüche: Das neue NBA-Spiel ist zu heftig fürs eigene Wohl
BESCHREIBUNG: PCGamer lobt die starken Streetball-Elemente, kritisiert aber die übermäßig kompetitive, schweißtreibende Atmosphäre des neuesten NBA-Spiels.
Streetball-König mit Schattenseiten
Das neue NBA-Spiel liefert erstklassigen Streetball-Spaß. Die arcadigen Moves und die locker-flockige Atmosphäre erinnern an die goldene Ära von NBA Street. Allerdings hat der Titel ein massives Problem: Er ist viel zu sweaty. Was im Parkmodus wie eine spontane Runde auf dem Asphalt beginnt, verwandelt sich schnell in einen erbitterten Wettkampf. Die KI und die Online-Gegner geben keine Verschnaufpause.
Das Spiel heißt NBA Street: Concrete Kings und erscheint am 15. November 2024 für PS5, Xbox Series X/S und PC. Entwickelt wird es von Slam Dunk Games, einem Studio in Montreal, das 2016 von ehemaligen EA Sports-Mitarbeitern gegründet wurde. Deren letzter Titel Streetball Legends (2021) verkaufte sich 800.000 Mal, blieb aber unter den Erwartungen. Der neue Titel versucht, die Lücke zu füllen, die EA mit der Einstellung der NBA Street-Reihe 2007 hinterließ.
Was der Streetball-Modus richtig macht
- Dribbel-Einlagen und Crossovers fühlen sich butterweich an.
- Die Atmosphäre ist mit Graffiti, Funk-Soundtrack und urbanem Flair perfekt getroffen.
- Kurze Matches mit hohem Tempo, ideal für schnelle Sessions.
PCGamer hebt hervor, dass der Spaßfaktor hier enorm ist. „Ice cream, ice cream!“, so die kryptische Zusammenfassung der Redaktion, die süße Versuchung und kalte Schweißausbrüche zugleich meint.
Die Steuerung profitiert vom Motion-Input-System, das schon in NBA Street Vol. 2 (2003) von EA Sports Big zum Kult wurde. Slam Dunk Games hat dieses System modernisiert: Mit dem rechten Stick lassen sich über 40 verschiedene Dribbelanimationen auslösen, darunter der „Shammgod“-Crossover und der „Between-the-Legs“-Stepback. Ein Tutorial-Modus fehlt jedoch. Spieler müssen die Kombinationen im Training selbst erlernen oder in den Matches durch Trial and Error.
Warum das Spiel sich selbst im Weg steht
- Die Schwierigkeit ist so hoch, dass jeder Fehler sofort bestraft wird.
- Online-Matches sind von Tryhards und Meta-Taktiken dominiert.
- Selbst im Singleplayer zwingt die KI zu perfekten Spielzügen.
Das sorgt für Frust statt Freude. Was als entspannte Streetball-Session geplant war, wird zum Stress-Marathon. Die Steuerung erfordert millimetergenaue Eingaben, kein Platz für lockere Pässe.
In einer kürzlich veröffentlichten Entwickler-Diashow erklärte Lead Designer Jean-Luc Tremblay: „Wir wollten die rohe Energie des echten Streetballs einfangen. Da gibt es keine Gnade.“ Die KI basiert auf einem neuronalen Netz, das aus 10.000 echten Profispielen trainiert wurde. Das erklärt die gnadenlose Präzision. Ein Schwierigkeitsregler fehlt; es gibt nur „Profi“ und „Legende“. Casual-Spieler sind damit faktisch ausgeschlossen.
Der ironische Twist
Genau das, was den Streetball-Teil so authentisch macht, die Hingabe an Skill und Style, treibt Gelegenheitsspieler in den Wahnsinn. Das Spiel verlangt alles, aber belohnt nur die Elite. Die „Ice cream“ ist da, aber man schwitzt sich zu Tode, bevor man einen Löffel abbekommt.
Marktbeobachter sehen Parallelen zu NBA 2K24, das ebenfalls für extrem kompetitive Online-Modi kritisiert wurde. NBA Street: Concrete Kings versucht eine Nische zwischen Arcade und Simulation zu besetzen. Vorbestellungen liegen bei 120.000 Einheiten, verglichen mit 2,3 Millionen für NBA 2K25 ein Nischenprodukt. Ob der hohe Schwierigkeitsgrad die Zielgruppe vergrößert oder abschreckt, wird sich in den ersten Verkaufszahlen zeigen. Ein Patch mit anpassbaren Schwierigkeitsstufen ist für Dezember angekündigt, aber bis dahin bleibt es bei purer Härte.