Actionszenen statt Rennstrecken
Stuntman: Hollywood dreht das klassische Rennspiel-Konzept um. Statt als Erster über die Ziellinie zu rasen, inszeniert ihr hier Actionszenen für den Film.
- Ihr steuert Fahrzeuge durch explosiv gestaltete Sets
- Jeder Stunt muss perfekt sitzen, sonst ist die Klappe im Eimer
- Der Fokus liegt auf Kamerafahrten, Timing und spektakulären Crashs
Die Reihe geht zurück auf das Jahr 2002, als Atari (damals Infogrames) das Original Stuntman veröffentlichte. Ein Nachfolger Stuntman: Ignition folgte 2007, beide für PlayStation 2, Xbox und PC. Saber Interactive übernahm die Marke für einen Neustart. Die Grundidee, echte Filmstunts nachzustellen, blieb erhalten, doch die Steuerung und das Leveldesign wurden modernisiert.
Filmische Inszenierung als Spielprinzip
Saber Interactive setzt auf eine Mischung aus schnellem Rennspaß und kreativer Kontrolle. Jede Mission ist eine kleine Filmproduktion, bei der ihr die Hauptrolle als Stuntfahrer übernehmt. Die Umgebungen sind voller Hindernisse, Rampen und pyrotechnischer Effekte.
Stuntman: Hollywood belohnt nicht bloß Geschwindigkeit, sondern Stil und Präzision. Ein perfekt ausgeführter 360-Grad-Sprung über einen explodierenden Lkw bringt mehr Punkte als eine saubere Rundenzeit.
Saber Interactive wurde 2001 gegründet und hat sich auf actionorientierte Spiele spezialisiert. Mit World War Z (2019) zeigte das Studio, wie man Filmvorlagen in schnelle Koop-Action übersetzt. Das Spiel verkaufte sich über vier Millionen Mal. SnowRunner, ebenfalls von Saber, erreichte mehr als zehn Millionen Spieler. Stuntman: Hollywood greift ähnliche Inszenierungsprinzipien auf, große Explosionen, dynamische Kameraperspektiven und ein Tempo, das an Sommerblockbuster erinnert.
Arcade-Feeling trifft Hollywood-Glamour
Der Titel erinnert an die kultigen Stuntman-Spiele der frühen 2000er, modernisiert das Konzept aber mit zeitgemäßer Grafik und flüssiger Steuerung. Saber Interactive ist bekannt für actiongeladene Inszenierung, siehe World War Z oder die SnowRunner-Reihe.
- Arcade-Physik: spektakuläre Übersteuern und unrealistische Sprünge sind Programm
- Keine Simulation, sondern purer Spaß am Spektakel
- Mehrere Fahrzeugtypen: von Muscle-Cars bis zu Motorrädern, jedes mit eigenem Stunt-Potenzial
Im Gegensatz zu den früheren Stuntman-Teilen, die noch auf relativ bodenständiger Physik basierten, fährt Saber hier reinen Arcade-Kurs. Die Entwickler ließen sich von Burnout Paradise und der FlatOut-Serie inspirieren. Stuntman: Ignition (2007) hatte eine Metacritic-Wertung von 77, das Original von 2002 eine 73. Beide gelten heute als Nischen-Titel mit treuer Fangemeinde. Saber will diese Nische neu beleben, ohne sich in Simulationsdetails zu verlieren.
Für wen ist der Arcade-Racer gemacht?
Das Spiel richtet sich an alle, die genug von ernsten Rennsimulationen haben. Wer schon immer mal einen Filmhelden geben und dabei ordentlich Blech verbiegen wollte, wird hier fündig. Die Steuerung ist schnell erlernbar, die Perfektionierung erfordert Übung.
Wer lieber taktisch fährt und jede Ideallinie berechnet, sollte besser zu Project CARS greifen. Stuntman: Hollywood feiert die ungezügelte Action.
Konkurrenz gibt es wenig: The Crew Motorfest bietet zwar Stunts und freie Fahrt, aber keinen filmischen Fokus. BeamNG.drive ist zu simulationslastig. Stuntman: Hollywood besetzt eine Nische, die seit dem Ende der Burnout-Reihe weitgehend verwaist ist. Das letzte große Arcade-Stunt-Rennen Burnout Paradise Remastered erschien 2018. Seither fehlte ein Titel, der Tempo und Inszenierung so direkt verbindet.
Entwicklerhistorie und Serienhintergrund
Saber Interactive mit Hauptsitz in New York beschäftigt über 2.000 Entwickler an mehreren Standorten (St. Petersburg, Madrid, Porto, Tokio). Das Studio wurde 2001 gegründet, arbeitete zunächst an Portierungen (Halo: Combat Evolved für PC) und entwickelte später eigene Marken. Seit der Übernahme durch die Embracer Group im Jahr 2020 ist Saber einer der größten unabhängigen Entwickler unter dem Embracer-Dach.
Die Stuntman-Serie selbst gehört zu den frühen Experimenten filmischer Spielmechanik. Das Original von 2002 ließ Spieler in über 30 Missionen Filmklassiker nachstellen, von Verfolgungsjagden aus Bullitt bis zu Motorradsprüngen aus James Bond. Stuntman: Ignition (2007) führte eine Kampagnen-Struktur mit fiktiven Filmstudios und mehreren Hauptdarstellern ein. Beide Spiele verkauften sich weltweit jeweils rund eine Million Mal, blieben aber hinter den großen Rennspiel-Franchises zurück. Saber holt die Serie nun aus der Versenkung, ohne sich an alten Konventionen zu klammern.
Fazit ohne Ausblick
Saber Interactive liefert genau das, was der Titel verspricht: wilde Stunts, filmische Sets und Arcade-Racing ohne Bremsen. Die Mischung aus Rennspiel und Regiearbeit ist erfrischend und fordert den Spieler auf eine ungewohnte Art. Der Fokus auf Inszenierung statt Geschwindigkeit macht diesen Titel zu einem echten Geheimtipp für Fans des Genres.
Ein konkreter Release-Termin steht noch aus, aber der Titel wird für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S erwartet. Saber hat eine Demo auf der Gamescom 2023 gezeigt, die eine hohe Fertigungsstufe signalisiert.