Ein anhaltendes Debakel für den Helden-Blockbuster
Der Film Supergirl findet auch abseits der großen Leinwand kein Publikum. Nach dem enttäuschenden Ergebnis an den Kinokassen bleibt der erhoffte Erfolg im digitalen Vertrieb aus.
Die aktuelle Situation zeichnet ein klares Bild:
- Die Kinoauswertung verlief mit einem weltweiten Einspiel von lediglich 85 Millionen Dollar massiv unter den internen Erwartungen.
- Die digitale Veröffentlichung konnte den negativen Trend nicht umkehren.
- Das Interesse der Zuschauer bleibt auf einem niedrigen Niveau, gemessen an den Abrufzahlen führender Portale.
Hinter dem Projekt steht das Studio Warner Bros. Pictures, das in den vergangenen Jahren mit seinem DC Extended Universe (DCEU) unter instabilen Zuschauerzahlen litt. Nach Produktionen wie The Flash oder Black Adam, die ebenfalls hinter den finanziellen Prognosen zurückblieben, markiert Supergirl einen weiteren Tiefpunkt in der aktuellen Strategie des Studios. Das Franchise kämpft seit der Ära von Zack Snyder mit einer inkonsistenten Tonalität und einer Abkehr der Kernzielgruppe.
Gründe für das digitale Desaster
Die digitale Verfügbarkeit bietet oft eine zweite Chance für Produktionen, die im Kino schwächeln. Bei Supergirl greift dieser Mechanismus bisher nicht.
Folgende Faktoren prägen die aktuelle Lage:
- Fehlende Nachfrage bei digitalen Plattformen wie iTunes oder Amazon Prime Video.
- Das negative Echo der Kino-Phase wirkt digital nach.
- Investitionen in die digitale Distribution zeigen keine nennenswerte Rendite.
Der Vergleich zu früheren DC-Releases zeigt eine deutliche Stagnation. Während Wonder Woman (2017) noch ein globales Einspiel von über 820 Millionen Dollar generierte, sank das Interesse an Solofilmen der zweiten Reihe kontinuierlich. Die Marke Supergirl wurde durch die langjährige CW-Serie mit Melissa Benoist bereits stark im Fernsehen geprägt. Der aktuelle Kinofilm konnte sich visuell und erzählerisch nicht genug von dieser etablierten Version absetzen, was zu einer Verwirrung beim Zielpublikum führte.
Ein Blick auf die Fakten
Die Marktlage für Supergirl ist unmissverständlich. Während manche Produktionen digital eine Wiederbelebung erfahren, verharrt dieser Titel in der Verlustzone.
Das Scheitern zieht sich durch verschiedene Vertriebskanäle:
- Schwache Abrufzahlen bei Streaming-Anbietern.
- Geringes Interesse am digitalen Kauf oder Verleih.
- Keine Anzeichen einer Trendwende in den Charts.
Die Zahlen aus der Kinoauswertung spiegeln sich in den digitalen Statistiken wider. Im Vergleich dazu erreichte The Batman (2022) innerhalb der ersten Woche auf HBO Max über 4,1 Millionen Haushalte in den USA. Supergirl liegt mit seinen aktuellen Metriken weit unter den Zahlen vergleichbarer Comic-Adaptionen aus dem laufenden Geschäftsjahr. Analysten führen dies auf eine Ermüdung des Publikums gegenüber dem Superhelden-Genre zurück.
Das Budget des Films wurde auf etwa 150 Millionen Dollar geschätzt, zuzüglich der Marketingkosten. Da die digitalen Verkaufszahlen laut Branchenberichten nicht einmal die Hälfte der für das erste Quartal prognostizierten Werte erreichen, wird das Projekt als finanzielles Risiko für kommende Quartalsberichte geführt. Die Metacritic-Bewertungen von 42 Punkten spiegeln zudem die kritische Aufnahme wider, die eine Mundpropaganda für den digitalen Verleih effektiv unterbindet. Der Film verzeichnete in seiner zweiten digitalen Woche einen Rückgang der Transaktionen um 65 Prozent gegenüber dem Starttag.