Ein neues Level für den Feierabend
Die New Frontier des Tech-Journalismus ist erreicht: Ich teste einen Saugroboter. Aus einer redaktionellen Laune heraus bewohnt der Roborock Qrevo S Pro seit Wochen meine Küche.
Per App-Tippen zirkelt er durch die Bereiche, die ich ihm befehle. Meine Anfangsskepsis war groß, kann diese Wanderscheibe wirklich überzeugen?
Roborock: Vom Xiaomi-Partner zur Eigenmarke
Roborock wurde 2014 in Peking gegründet, ein Startup mit Wurzeln in der Robotikforschung. Die ersten Modelle erschienen als Co-Branding mit Xiaomi (etwa der Mi Robot Vacuum 2016), nutzten deren Vertriebswege und Sensoren.
2019 trennte sich Roborock von Xiaomi und brachte mit dem S5 Max den ersten eigenständigen Bestseller. Seither liefert das Unternehmen jährlich über eine Million Einheiten aus, 2022 waren es laut IDC 1,8 Millionen verkaufte Saugroboter weltweit.
Die Entwickler setzen auf LiDAR-Navigation und selbstlernende Algorithmen. Der Qrevo S Pro ist das erste Modell der Q-Serie, das eine rotierende Wischplatte mit Hebeautomatik kombiniert, eine Technik, die sonst nur in der teureren S8 Pro Ultra (800 Euro) steckte.
Die Qrevo-Serie: Vorgänger und technische Unterschiede
Der Qrevo S Pro ist der Nachfolger des Qrevo S (Mai 2024, 550 Euro). Der S hatte noch eine feste Wischplatte und 5.000 Pascal Saugkraft. Der Pro steigert auf 5.500 Pa, fügt eine selbstreinigende Wischstation hinzu und erkennt Teppiche automatisch, die Wischplatte hebt sich um 10 Millimeter.
Die Akkukapazität wuchs von 5.000 auf 5.200 mAh, der Wassertank von 180 auf 200 ml. Die App-Karten sind genauer: Sie unterscheiden nun bis zu 20 Zonen, unterstützen Sprachsteuerung via Alexa, Google und Siri Shortcuts.
Der Preis liegt bei 699 Euro UVP, das ist 50 Euro mehr als der Dreame L20 Ultra (649 Euro), aber 150 Euro unter dem Ecovacs Deebot X2 Omni (849 Euro). Ein direkter Vergleich: Der Dreame hat einen kleineren Staubbehälter (300 ml), der Ecovacs eine stärkere LiDAR-Reichweite (acht Meter).
Saugroboter im Gaming-Alltag: Marktkontext
Der Test eines Saugroboters in einem Gaming-Magazin ist ungewöhnlich, aber die Schnittmenge ist real: Laut einer Statista-Umfrage 2023 nutzen 43 Prozent der deutschen Gamer zwischen 18 und 35 Jahren einen Saugroboter. Hauptgrund: Zeitersparnis während langer Sessions.
Hersteller reagieren mit Gaming-freundlichen Features: leise Modi unter 50 dB, App-Pausierung per Sprachbefehl und automatische Rückkehr zur Station, sobald der Controller in der Hand liegt. Der Roborock Qrevo S Pro bietet einen „Zen-Modus“ (44 dB) und eine Sperrzone für Kabelgewirr, beides von Nutzern in Foren wie r/robovac häufig angefragt.
Der Markt wächst: 2024 sollen laut GfK in Deutschland 2,3 Millionen Saugroboter verkauft werden, plus 14 Prozent gegenüber 2023. Roborock hält hier einen Anteil von 22 Prozent, hinter Ecovacs (29 Prozent) und vor Dreame (18 Prozent).
Was der Qrevo S Pro anders macht
- Er saugt und wischt in einem Durchgang, ohne dass ich einen Finger krümmen muss.
- Die App erlaubt präzise Karten, Zonen und sogar eine gezielte Raumpflege per Sprachbefehl.
- Der Roboter findet selbstständig zur Ladestation zurück, und meldet sich nur, wenn er Hilfe braucht.
Der Qrevo S Pro ist kein Spielzeug, aber er fühlt sich an wie ein gut programmierter NPC. Erledigt seine Aufgaben, ohne zu nerven.
Skepsis ade?
Nach mehreren Wochen Test bin ich überrascht: Der Boden ist sauberer, der Alltag entspannter. Ein Leben ohne ihn wäre denkbar, aber nerviger.
Die Wanderscheibe hat mich überzeugt. Vielleicht ist das der wahre Endgame-Content für Erwachsene: ein treuer Begleiter, der den Staub wegsaugt, während man selbst zockt.