Ein Upgrade ohne Gegenwert
Die Spacer's Choice Edition von The Outer Worlds sorgt für Frust bei langjährigen Fans, die auf ein kostenloses oder vergünstigtes Upgrade gehofft hatten. Anstatt einer nahtlosen Bereitstellung verlangen Plattformen wie Steam oder der PlayStation Store den vollen Neupreis von 59,99 Euro.
Viele Spieler besitzen bereits das Basisspiel sowie die beiden Erweiterungen Peril on Gorgon und Murder on Eridanos. Die Kommunikation von Private Division suggerierte eine einfache Aufwertung, blieb jedoch bei den technischen Details der Berechtigungsprüfung vage.
Die Reaktion der Entwickler
Obsidian Entertainment veröffentlichte eine Stellungnahme, in der sie die Kommunikationsfehler einräumen. Das Studio arbeitet mit dem Publisher an einer technischen Lösung für Nutzer, die ihre Rechte auf die neue Version nicht korrekt verbucht sehen.
- Die Entwickler entschuldigten sich für die Verwirrung bezüglich der Berechtigungskriterien.
- Eine automatisierte Lösung für den Store-Preisabgleich für Bestandskunden fehlt bisher.
- Die Kommunikation zwischen dem Support und der Community läuft über offizielle Foren und Twitter-Kanäle.
Hintergrund zum Studio: Obsidian Entertainment
Obsidian Entertainment wurde 2003 von ehemaligen Mitarbeitern der Black Isle Studios gegründet, die für Fallout 2 und Planescape: Torment bekannt waren. Das Studio hat sich über zwei Jahrzehnte einen Namen durch komplexe Rollenspiele mit Fokus auf narrative Tiefe gemacht.
- Zu den bekanntesten Titeln zählen Star Wars: Knights of the Old Republic II, Neverwinter Nights 2 und Fallout: New Vegas.
- Seit 2018 gehört das Studio zu Xbox Game Studios, was den Support für die Spacer's Choice Edition durch den externen Publisher Private Division (ein Label von Take-Two Interactive) komplizierter macht.
- The Outer Worlds erschien ursprünglich 2019 als Antwort auf die anhaltende Nachfrage nach einem klassischen First-Person-Rollenspiel im Stil von Fallout.
Branchenkontext und Vergleichbare Releases
Die Veröffentlichung der Spacer's Choice Edition folgt einem Muster, das bei modernen Remastern oft für Kritik sorgt. Firmen wie Sony oder Ubisoft bieten für ihre Titel oft Upgrades an, die zwischen 10 Euro und einem kostenlosen Patch variieren.
- The Witcher 3: Wild Hunt erhielt ein kostenloses Next-Gen-Update für Besitzer der Originalversion.
- GTA V wurde von Take-Two mehrfach als kostenpflichtiges Upgrade für neue Konsolengenerationen veröffentlicht, was bei der Spacer's Choice Edition für ähnliche Vorwürfe der Gewinnmaximierung sorgt.
- Die technische Basis der Neuauflage von The Outer Worlds basiert auf einer aktualisierten Engine-Version, was die Kompatibilität mit alten Spielständen und DLC-Lizenzen erschwert hat.
Was genau ist das Problem?
Technisch gesehen ist die Spacer's Choice Edition kein einfacher Patch, sondern ein separates Produkt mit einer eigenen Datenbank-ID. Dies verhindert, dass Steam oder Konsolen-Stores die Besitzer des Originals automatisch erkennen und den Preis auf den Upgrade-Betrag reduzieren.
- Nutzer berichten von Fehlern, bei denen die Konsole die Lizenz der DLCs nicht mit der neuen Edition verknüpft.
- Die hohen Anforderungen an die Hardware führen auf PC-Systemen mit älteren Grafikkarten zu massiven Einbrüchen der Bildrate.
- Die aktuelle Steam-Bewertung liegt bei unter 40 Prozent, was den Titel in den Status "größtenteils negativ" versetzt.
Frust bei den Fans und technische Mängel
Die technische Umsetzung der Spacer's Choice Edition wird von Spielern als mangelhaft eingestuft. Berichte über "Stuttering" (kurze Ruckler) und instabile Bildraten von unter 30 FPS bei 4K-Auflösung auf aktuellen Konsolen dominieren die Diskussionen.
- Die Beleuchtung und die Charaktermodelle wurden zwar überarbeitet, führen aber zu einer deutlich höheren CPU-Last als das Original von 2019.
- Spieler kritisieren, dass die visuelle Aufwertung den Verlust an Stabilität nicht rechtfertigt.
- Viele Käufer nutzen aktiv die Rückerstattungsfunktionen der jeweiligen Stores, um ihren Kauf zu stornieren.
Der Support ist derzeit mit einer hohen Anzahl an Tickets überlastet, während die Entwickler versuchen, die Performance-Probleme durch zukünftige Patches einzugrenzen. Die aktuelle Lage bei The Outer Worlds zeigt das Risiko, das entsteht, wenn eine technische Neuauflage als separates Produkt vermarktet wird, ohne die Lizenzinfrastruktur der digitalen Stores vorab sauber zu klären.