Ein straffer Zeitplan für Geralts Erben
CD Projekt Red plant die Veröffentlichung von drei großen Titeln innerhalb von sechs Jahren. Dieses Vorhaben beschleunigt den bisherigen Produktionsrhythmus des polnischen Studios erheblich.
Frühere Projekte wie The Witcher 3: Wild Hunt aus dem Jahr 2015 benötigten eine Entwicklungszeit von etwa dreieinhalb Jahren. Nach dem Release von Cyberpunk 2077 im Jahr 2020 musste das Unternehmen zudem interne Prozesse grundlegend anpassen, um die Abhängigkeit von der eigenen REDengine zu beenden.
Was wir über die Strategie wissen
Die Planung sieht eine neue Trilogie vor, die das Witcher-Universum über den Protagonisten Geralt von Riva hinaus erweitert. Das erste Projekt trägt den Codenamen Polaris.
- Polaris fungiert als der erste Teil der neuen Trilogie.
- Das Zeitfenster von sechs Jahren beginnt mit dem Release von Polaris.
- Die Nutzung der Unreal Engine 5 ersetzt die firmeneigene REDengine, die für The Witcher 2: Assassins of Kings entwickelt und bis Cyberpunk 2077 genutzt wurde.
Die Umstellung auf die Engine von Epic Games dient der effizienteren Erstellung von Assets. In der Vergangenheit verursachte die REDengine hohe Wartungskosten und erforderte spezialisierte Einarbeitungszeiten für neue Mitarbeiter.
Historischer Kontext des Studios
CD Projekt Red startete 2007 mit The Witcher, einem Spiel, das auf der modifizierten Aurora-Engine von BioWare basierte. Der Erfolg des Erstlings ermöglichte den Aufbau einer eigenen technologischen Basis.
- The Witcher (2007) legte den Grundstein für das erzählerische Design des Studios.
- The Witcher 2: Assassins of Kings (2011) führte die REDengine ein.
- The Witcher 3: Wild Hunt (2015) verkaufte sich bis heute über 50 Millionen Mal.
Die Unternehmensgeschichte ist von langen Zyklen geprägt. Zwischen dem ersten und dem dritten Teil der Serie lagen acht Jahre, wobei das Studio gleichzeitig in die Expansion der GOG-Vertriebsplattform investierte.
Keine Erweiterungen geplant
Die neue Trilogie verzichtet auf das bisherige Modell der massiven Story-Erweiterungen. CD Projekt Red favorisiert stattdessen die direkte Arbeit an den nachfolgenden Haupttiteln.
- Blood and Wine (2016) bot eine neue Karte, die Toussaint-Region, und eine Spielzeit von über 20 Stunden.
- Hearts of Stone (2015) ergänzte die Spielwelt um komplexe Quests in Velen.
- Die neue Strategie priorisiert die Veröffentlichungsgeschwindigkeit der Hauptspiele gegenüber punktuellen Inhalts-Updates.
Dieser Verzicht korrespondiert mit der internen Umstrukturierung zur parallelen Entwicklung von Projekten. Das Studio arbeitet derzeit an Polaris, dem Sequel zu Cyberpunk 2077 (Codename Orion) und einer neuen IP (Codename Hadar).
Die Perspektive für Spieler und Branchenvergleich
Drei Titel in sechs Jahren erfordern eine parallele Produktion, da ein einzelnes Projekt dieser Größe normalerweise vier bis fünf Jahre bindet. Zum Vergleich: Ubisoft veröffentlichte zwischen 2007 und 2015 fast jährlich einen Teil der Assassin's Creed-Serie, wobei mehrere Teams zeitgleich an verschiedenen Ablegern arbeiteten.
- Polaris nutzt die Unreal Engine 5, um die Asset-Pipeline zu vereinheitlichen.
- Die Skalierbarkeit der Engine erlaubt es, Systeme zwischen den drei Spielen der Trilogie zu teilen.
- Die Qualitätssicherung steht unter Beobachtung, da der Release von Cyberpunk 2077 auf Konsolen der letzten Generation den Aktienkurs des Studios zeitweise um über 50 Prozent einbrechen ließ.
Die Strategie erfordert eine Verdopplung der Entwicklerkapazitäten. CD Projekt Red beschäftigt aktuell über 1.000 Mitarbeiter an den Standorten Warschau, Krakau und Vancouver. Der Erfolg dieser Offensive hängt davon ab, ob die Teams die technologische Umstellung auf die Unreal Engine 5 ohne Verzögerungen innerhalb der Projektlaufzeiten bewältigen.