Gold, Glanz und Gramm
Asus hat eine vergoldete Version der Harpe II Maus vorgestellt. Sie wiegt 82 Gramm, fast 20 Gramm mehr als die Standardversion. Die edle Beschichtung ist nicht nur optisch auffällig. Sie treibt das Gewicht in die Höhe, ein Problem für Fans von leichten Mäusen.
Die Harpe-Serie: Entwicklung und Vorgänger
Die Harpe II ist der Nachfolger der ursprünglichen Harpe, die Asus 2022 auf den Markt brachte. Die erste Harpe wog 62 Gramm, nutzte einen PAW3370 Sensor mit 19.000 DPI und kostete 130 Euro. Die Harpe II brachte 2023 eine Gewichtsreduktion auf 60 Gramm, einen neuen AimPoint Sensor mit 36.000 DPI und einen Preis von 150 Euro.
- Harpe (2022): 62g, 19.000 DPI, PAW3370
- Harpe II (2023): 60g, 36.000 DPI, AimPoint
- Harpe II Gold (2024): 82g, 65.000 DPI, AimPoint (identisch)
Die Serie zielt auf leichte Performance-Mäuse für E-Sport. Die vergoldete Version bricht mit diesem Fokus. Statt Leichtbau setzt Asus auf Edelmetall und Prestige.
Asus ROG: Entwicklerhistorie
Asus Republic of Gamers (ROG) wurde 2006 gegründet. Die Marke begann mit Mainboards und Grafikkarten, weitete das Portfolio schnell auf Peripherie aus. Erste Gaming-Mäuse wie die ROG Gladius (2014) setzten auf austauschbare Switches und ergonomische Form. Die ROG Spatha (2016) war eine schwere, kabelgebundene MMO-Maus mit 12 Tasten. Mit der ROG Chakram (2020) folgte ein Modell mit integriertem Joystick.
Die Harpe-Serie ist die jüngste Linie für ultraleichte Mäuse. ROG hat sich hier von der Konkurrenz aus China (z. B. Finalmouse, G-Wolves) inspirieren lassen. Die Goldversion ist ein Marketing-Experiment: ein Sammlerstück, das Aufmerksamkeit generiert, aber kaum für den harten Wettkampf gedacht ist.
65.000 DPI, für wen?
Der Sensor soll 65.000 DPI erreichen. Zum Vergleich: Die meisten Profis spielen mit 400 bis 1600 DPI. Solche Werte sind reine Marketing-Zahlen. Kein Mensch kann das sinnvoll nutzen, außer vielleicht auf einem 16K-Monitor, den es nicht gibt.
Asus verwendet den AimPoint Pro Sensor, eine Weiterentwicklung des AimPoint aus der Standard-Harpe II. Die 65.000 DPI sind durch Firmware-Overclocking erreichbar, nicht durch native Sensorleistung. Der native Maximalwert liegt vermutlich bei 36.000 DPI (wie im Vorgänger). Das ist eine gängige Praxis in der Branche: Hersteller bewerten Sensoren höher, als sie physikalisch stabil arbeiten.
Vergleich mit Konkurrenzprodukten
Andere Hersteller haben vergoldete Mäuse angeboten. Razer brachte 2021 eine DeathAdder V2 Pro mit vergoldeten Kontakten, aber nicht mit Goldgehäuse. Logitech verkaufte eine G Pro X Superlight in Gold-Lackierung (Limited Edition) für 250 Euro. Beides waren Kleinserien.
- Razer DeathAdder V2 Pro Gold Edition: 88g, 20.000 DPI, ca. 200 Euro
- Logitech G Pro X Superlight Gold: 63g, 25.600 DPI, ca. 250 Euro
- Asus Harpe II Gold: 82g, 65.000 DPI, ca. 300 Euro (geschätzt)
Im Vergleich zur Logitech ist die Asus schwerer und teurer. Die Logitech blieb unter 65 Gramm, da sie nur lackiert, nicht massiv vergoldet wurde. Asus scheint eine dickere Goldschicht aufzutragen, oder eine Metallbasis zu verwenden.
Technische Details der Harpe II
Die normale Harpe II bringt 60 Gramm auf die Waage, nutzt ROG-Micro-Switches und einen optischen Sensor. Die vergoldete Version behält die Technik, tauscht aber das Gehäuse.
- Gewichtszunahme durch Goldschicht und möglicherweise zusätzliche Verstärkung
- Keine Angaben zu Goldreinheit oder -dicke von Asus
- Sonstige Spezifikationen identisch zur Standardausführung
Die ROG-Micro-Switches sind für 70 Millionen Klicks ausgelegt. Der Akku (500 mAh) bleibt gleich, die Laufzeit sinkt leicht wegen des höheren Gewichts, das mehr Bewegungsträgheit erzeugt. Asus spezifiziert 90 Stunden ohne RGB, 78 mit RGB.
Konkrete technische Referenzwerte
Die 82 Gramm liegen weit außerhalb des aktuellen Trends. Top-E-Sport-Mäuse wie die Finalmouse Starlight (47g) oder die Pulsar X2H (52g) sind fast halb so schwer. Selbst die Logitech G Pro X Superlight 2 wiegt nur 60 Gramm.
- Finalmouse Starlight: 47g, 650 Euro (Limited)
- Pulsar X2H: 52g, 90 Euro
- Asus Harpe II Gold: 82g, 300 Euro (geschätzt)
Die Harpe II Gold ist schwerer als die durchschnittliche Maus von 2015 (ca. 90-100g). Das ist kein Rückschritt, sondern eine bewusste Entscheidung für ein anderes Zielpublikum: Sammler, nicht Spieler.
Preisgerüchte: Gold hat seinen Preis
Bisher gibt es keine offizielle Preisangabe. Gerüchte sprechen von einem stolzen Aufpreis gegenüber der normalen Harpe II. Die Standardversion kostet rund 150 Euro. Eine Vergoldung könnte den Preis auf 300 Euro oder mehr treiben. Das ist heftig für eine Maus.
Im Vergleich: Eine echte 24-Karat-Goldbeschichtung für eine Computermaus kostet im Aftermarket etwa 100-150 Euro Aufschlag (z. B. von Goldgenie). Asus wird vermutlich eine dünnere Schicht verwenden (18K oder vergoldetes Metall), um die Produktionskosten zu senken. Dennoch bleibt der Endpreis hoch, 300 Euro sind realistisch.
Retro-Gedanke: Weniger ist mehr
Früher waren Mäuse einfacher. Keine RGB-Beleuchtung, keine absurd hohen DPI, aber sie haben funktioniert. Heute wird mit Gold und Zahlen geprotzt. 82 Gramm sind für moderne Verhältnisse schwer. Viele aktuelle Mäuse liegen unter 50 Gramm, etwa die Finalmouse Starlight mit 47g. Gold ist offenbar kein Leichtgewicht.
Beobachtung zum Markt
Die vergoldete Harpe II ist ein Statussymbol. Sie zielt auf Sammler und Menschen mit tiefen Taschen, nicht auf Leistungsspieler. Ob der Goldglanz den Aufpreis wert ist? Wer das fragt, kann sie sich vermutlich nicht leisten.
Asus hat die Stückzahl nicht genannt. Vermutlich handelt es sich um eine limitierte Auflage von wenigen Tausend Exemplaren. Das macht sie zu einem Spekulationsobjekt. Auf dem Zweitmarkt könnten die Preise weiter steigen, oder fallen, falls das Design nicht ankommt.