Pixeldichte satt im kleinen Rahmen
Viewsonic hat den ersten 24-Zoll-Gaming-Monitor mit 4K-Auflösung vorgestellt. Das Display erreicht eine Pixeldichte von rund 183 ppi, deutlich höher als bei üblichen 27-Zoll-4K-Panelen (163 ppi) und fast doppelt so scharf wie 24-Zoll-1440p-Monitore (122 ppi). Die Bildwiederholrate liegt bei 160 Hz, die Reaktionszeit bei 1 ms. Das verspricht flüssige Bewegungen und scharfe Details auf engem Raum.
Viewsonics Gaming-Monitor-Historie
Viewsonic ist kein Neuling im Gaming-Segment. Die Elite-Serie startete 2016 mit dem XG2401 (24 Zoll, 1080p, 144 Hz). 2018 folgte der XG2402 mit verbessertem 1-ms-Panel. 2020 brachte die Firma den XG2703-GS (27 Zoll, 1440p, 165 Hz) und den XG270QG mit G-Sync. Parallel dazu gibt es die günstigere VX-Linie, darunter den VX2476-4K (24 Zoll, 4K, 60 Hz, IPS). Der neue Monitor vereint erstmalig die Pixeldichte des VX mit der hohen Bildwiederholrate der Elite-Serie.
Technische Ausstattung auf einen Blick
- Auflösung: 3.840 × 2.160 Pixel (4K)
- Bildschirmdiagonale: 24 Zoll (ca. 61 cm)
- Bildwiederholrate: 160 Hz
- Reaktionszeit: 1 ms
- Panel-Typ, Anschlüsse und HDR-Fähigkeiten hat Viewsonic noch nicht im Detail genannt. Branchenbeobachter erwarten ein IPS-Panel (hohe Blickwinkelstabilität) mit DisplayPort 2.0 oder DP 1.4 mit DSC, um 4K bei 160 Hz ohne Kompressionseinbußen zu übertragen. HDMI 2.1 wäre ebenfalls nötig. HDR10 oder DisplayHDR 400 wären plausibel.
Branchenkontext: Die 24-Zoll-4K-Nische
Bisherige 24-Zoll-4K-Monitore kamen meist aus dem Profi-Segment (z.B. Dell U2422HE mit 60 Hz, Sharp IO mit IGZO-Panel) oder waren auf 60 Hz beschränkt (LG 24UD58-B). Kein Hersteller bot eine Kombination aus 4K und 160 Hz auf 24 Zoll an. Die Herausforderung liegt in der Panel-Fertigung: Kleine 4K-Panels mit hoher Pixeldichte sind schwierig zu produzieren und benötigen präzise Treiber. Viewsonic nutzt vermutlich ein Laptop-Panel (z.B. von BOE oder Sharp), das für Desktop-Monitore adaptiert wurde. Vergleichbare 27-Zoll-Monitore mit 160 Hz gibt es von Asus (ROG Swift PG27UQ), Acer (Predator X27) und Dell (Alienware AW2723DF), aber nie in 24 Zoll.
Für wen lohnt sich der Monitor?
Die Kombination aus hoher Auflösung und kompakter Größe spricht vor allem Spieler an, die Wert auf extreme Schärfe legen.
- In Strategiespielen wie Age of Empires IV oder Total War: Warhammer III lassen sich Einheiten und Kartenminimap gestochen scharf erkennen.
- Auch Simulationsfans von Microsoft Flight Simulator profitieren von der hohen Pixeldichte.
- Competitive-Spieler bekommen eine geringe Latenz, auch wenn 4K-Auflösung in Shootern oft weniger gefragt ist als reine Bildwiederholrate.
- Zusätzlich eignet sich der Monitor für Bildbearbeitung und Desktop-Arbeit, 183 ppi ermöglichen scharfe Schriftdarstellung ohne Subpixel-Flimmern, ähnlich wie bei Apples Retina-Display (220 ppi auf 27 Zoll).
Hintergrund: Warum 24 Zoll und 4K?
Die meisten 4K-Monitore starten bei 27 Zoll, viele gehen bis 32 Zoll. Viewsonic geht den umgekehrten Weg: kleinere Diagonale, höhere Pixeldichte. Das erinnert an die Zeiten von 24-Zoll-Full-HD-Displays mit 92 ppi, nur dass die Pixel jetzt viermal so klein sind. Ein Nebeneffekt: Windows empfiehlt eine Skalierung von 150 % bei 183 ppi, was UX-Elemente angenehm groß hält, aber ältere Spiele möglicherweise unscharf darstellt. Ob der Monitor auf ein IPS- oder VA-Panel setzt, bleibt abzuwarten. Auch der Preis ist noch offen.
Konkrete Vorgänger im eigenen Haus
Viewsonics VX2476-4K (2020) war der erste 24-Zoll-4K-Monitor der Firma, jedoch mit 60 Hz und ohne Gaming-Optimierung, Preis ca. 400 Euro. Der XG240R (2019) bot 24 Zoll, 1080p, 144 Hz und kostete rund 250 Euro. Der neue Monitor vereint beide Welten: die Pixeldichte des VX mit der Bildwiederholrate des XG. Erwartet wird ein Preis zwischen 600 und 800 Euro, ähnlich wie 27-Zoll-4K-160-Hz-Modelle. Viewsonic hat noch keinen Termin genannt.
Verfügbarkeit und Ausblick
Viewsonic hat den Monitor offiziell angekündigt, aber weder Termin noch Preis genannt. Wer auf der Suche nach einem besonders scharfen, kompakten Gaming-Bildschirm ist, sollte die nächsten Wochen im Blick behalten. Die CES 2025 oder ein separates Launch-Event im Frühjahr 2025 wären typische Plattformen für eine Vorstellung.