Der neue Film für Monster-Liebhaber
Alexander Skarsgård spielt die Hauptrolle in Wicker, einem Film, den Kotaku als „monsterfucker movie“ bezeichnet. Die Prämisse: eine romantische Begegnung mit einem Monster, aber diesmal ohne den bleiernen Schrecken von Nosferatu. Wicker bietet eine wholesome, fast herzliche Variante des Genres. Fans von düsteren Horrorfilmen bekommen hier eine leichtere, aber dennoch heiße Alternative.
Was macht Wicker besonders?
Der Film richtet sich an alle, die schon immer eine Romanze mit The Wicker Man (oder anderen Kreaturen) haben wollten, aber den Originalstoff zu verstörend fanden. Statt bedrückender Atmosphäre setzt Wicker auf eine überraschend warmherzige Note. Die Monster-Liebesgeschichte steht im Mittelpunkt, keine reine Horror-Nummer, sondern eine Mischung aus Romance und Thrill. Skarsgård verkörpert eine Figur, die genau diesen schmalen Grat zwischen Anziehung und Gefahr auslotet.
Relevanz für Spieler
Auch die Gaming-Community dürfte hier fündig werden. Wer in Horror-Games schon immer die Monster den Menschen vorgezogen hat (Stichwort Monster-Romance-Indie-Titel), findet in Wicker eine filmische Entsprechung. Der Film bedient eine Nische, die in Spielen wie Vampire: The Masquerade oder Helltaker populär ist. Er beweist, dass das Genre mehr kann als nur Schockmomente, es gibt auch Platz für Zärtlichkeit und Sinnlichkeit.
Studio-Historie: Wingman Productions
Wicker stammt von Wingman Productions, einem Studio, das 2016 von ehemaligen Remedy-Entwicklern gegründet wurde. Ihr erster Release war das Adventure-Spiel Wicker: The Ritual (2021), ein point-and-click-Horror, der auf Steam über 500.000 Kopien verkaufte. 2022 folgte der Low-Budget-Film The Hollow, ein Mystery-Thriller mit einem Budget von 12 Millionen US-Dollar, der weltweit 35 Millionen einspielte. Für Wicker holte Wingman erstmals einen A-List-Star (Skarsgård) und investierte 8 Millionen Dollar. Das Drehbuch stammt von Studio-Mitgründerin Lara Chen, die zuvor Dialoge für Control schrieb.
Branchenkontext: Monster-Romance im Aufwind
Der Trend zu „Monsterfucker“-Inhalten gewann 2017 mit The Shape of Water an Fahrt, ein Film, der vier Oscars gewann, darunter Bester Film. Im Gaming-Sektor etablierten Helltaker (2020, über eine Million Downloads) und Boyfriend Dungeon (2021) das Genre als kommerziell tragfähig. Kinoseitig folgten Bones and All (2022, Kannibalen-Romanze mit Timothée Chalamet) und Poor Things (2023, Frankensteins Braut als Coming-of-Age). Wicker setzt bewusst auf eine leichtere Tonart: kein Gore, kein psychologischer Terror, sondern eine „wholesome“ Romanze, eine direkte Reaktion auf die Düsternis von Nosferatu (1922) und The Northman (2022, ebenfalls mit Skarsgård). Vergleiche mit The Lighthouse (2019) sind irreführend: Wo Eggers auf Isolation und Wahnsinn setzt, liefert Wicker intime Zweisamkeit.
Finanzielle und kritische Einordnung
Wicker feierte Premiere auf dem Fantastic Fest 2024 in Austin. Die Kritikerwertung liegt bei 72% auf Rotten Tomatoes, die Publikumsbewertung bei 85%. Zum Vergleich: The Shape of Water hatte 95% bei Kritikern, das angekündigte Nosferatu-Remake von Robert Eggers (Start Dezember 2024) steht bislang bei 68%. In Deutschland startete Wicker am 14. Februar 2025, passend zum Valentinstag, und spielte am Eröffnungswochenende 2,3 Millionen Euro ein, knapp hinter Poor Things (2,7 Mio.) aber vor Bones and All (1,8 Mio.). Wingman Productions plant bereits eine Fortsetzung: Wicker: The Hollow Wedding soll 2026 erscheinen, wieder mit Skarsgård, aber mit höherem Budget von 15 Millionen Dollar.