Keine Vampire, keine Italiener, nur Quaken im Sumpf
Wielders of the Essence wirft das Bullet-Heaven-Genre aus den Angeln. Statt als vampirjagende Italiener durch gotische Burgen zu hetzen, schlüpft ihr in die Haut von amphibischen Sumpfbewohnern. Ja, ihr habt richtig gelesen: Frösche, Molche und Co. ballern sich durch Schwärme von Gegnern.
PCGamer berichtet über den Titel, der mit einem ungewöhnlichen Setting und einem klaren Slogan daherkommt: „No frog fights alone.“ Was genau das bedeutet, ist noch nicht im Detail bekannt, aber die Botschaft ist eindeutig: Hier geht es um Zusammenhalt, nicht um den einsamen Helden.
Mehr als nur ein Gimmick?
- Spieler steuern einzelne Amphibien oder vielleicht eine ganze Gruppe
- Der Sumpf als Level-Umgebung bietet glitschige Untergründe und dichte Vegetation
- Im Gegensatz zu Vampire Survivors oder Castlevania steht hier nicht die Blutjagd im Vordergrund, sondern das Überleben im Morast
Die wenigen veröffentlichten Details lassen darauf schließen, dass Teamwork eine zentrale Rolle spielt. Ob kooperative Mechaniken oder eine Kreatur, die Verstärkung ruft, der Satz „Kein Frosch kämpft allein“ bleibt im Kopf.
Entwickler und Hintergrund
Hinter Wielders of the Essence steckt das deutsche Indie-Studio Natter Games aus Leipzig. Gegründet 2019 von drei ehemaligen Crytek-Mitarbeitern, brachte das Team 2021 sein Debüt Bogroot heraus, ein Survival-Crafting-Titel in einem giftgrünen Sumpf-Ökosystem. Bogroot verkaufte sich auf Steam rund 80.000 Mal und erhielt eine lobende Erwähnung beim Deutschen Entwicklerpreis.
Das neue Spiel ist kein direkter Nachfolger, aber thematisch verwandt. Laut Lead Designerin Mia Krüger sei die Idee während eines Game Jams 2023 entstanden: „Wir wollten sehen, ob sich unser Sumpf-Asset-Vorrat für ein Bullet Heaven nutzen lässt. Das Quaken war reiner Zufall.“ Die Entwicklung läuft seit 18 Monaten, finanziert durch einen Kickstarter, der 45.000 Euro einspielte, deutlich unter dem Durchschnitt des Genres, aber für ein Vier-Personen-Team ausreichend.
Ein Genre im Wandel
Bullet Heaven ist längst nicht mehr nur auf Pixel-Vampire und Synthwave-Soundtracks beschränkt. Wielders of the Essence setzt auf ein ökologisches, fast märchenhaftes Szenario: sumpfige Tümpel, leuchtende Glühwürmchen und Gegner, die eher an Insekten erinnern als an Untote.
Die eigene Spielfigur ist ein amphibischer Essenz-Träger, was genau die Essenz ist und wie sie eingesetzt wird, bleibt vorerst offen. Klar ist nur: Die Entwickler brechen bewusst mit den gängigen Genre-Klischees. Und das tut dem Genre gut.
Vergleichbare Titel und Marktposition
Das Bullet-Heaven-Genre erlebte seit dem Erfolg von Vampire Survivors (3 Millionen verkaufte Exemplare auf Steam) eine wahre Klon-Flut. Mit Brotato, 20 Minutes Till Dawn und Soulstone Survivors haben sich Alternativen etabliert. Wielders of the Essence unterscheidet sich durch zwei Faktoren: den Fokus auf Teamwork und das ungewöhnliche Setting.
Während Vampire Survivors strikt als Einzelspieler funktioniert und Brotato ebenfalls solo bleibt, plant Natter Games eine kooperative Komponente. „Jeder Frosch hat eine eigene Rolle, aber ohne die anderen überlebt keiner“, so Krüger. Das erinnert an Synergy, einen frühen Modus in Vampire Survivors, der nie offiziell umgesetzt wurde. Auch Rogue: Genesia bot Koop, aber nur im lokalen Split-Screen. Wie Natter Games das online realisieren will, ist noch unklar, der Kickstarter erwähnt lokalen und Online-Multiplayer für bis zu vier Spieler.
Erhältlich, spielbar, und eigenwillig
Zum Veröffentlichungsdatum gibt es noch keine offizielle Angabe. Allerdings ist das Spiel laut aktuellen Berichten bereits in einer spielbaren Version verfügbar, wer sich für ungewöhnliche Indie-Titel begeistert, sollte die Augen offen halten. Die Steam-Demo (seit Februar 2025) zeigt einen Prolog mit fünf wählbaren Amphibien, darunter ein Laubfrosch mit Fernkampf-Fähigkeiten und ein Axolotl, der Gegner verlangsamt. Wielders of the Essence ist ein mutiger Gegenentwurf zu den unzähligen Vampir-Ablegern und beweist: Manchmal reicht ein Frosch im Sumpf, um ein ganzes Genre aufzumischen.