Ein Jahr nach dem Launch: Letzte Runde für Wildgate
Knapp zwölf Monate nach dem Release von Wildgate zieht Moonshot Games den Stecker für neue Inhalte. Das Studio um StarCraft 2-Chefdesigner Dustin Browder verabschiedet sich mit einem finalen Update, aber nicht vom Spiel selbst. Der Sci-Fi-Shooter bleibt online und spielbar. Server-Schließungen stehen nicht zur Debatte.
Das Studio und seine Wurzeln
Moonshot Games wurde 2019 von Dustin Browder und sechs ehemaligen Blizzard-Entwicklern gegründet. Browder war Lead Designer von StarCraft 2: Wings of Liberty (2010) und Heart of the Swarm (2013), davor arbeitete er bei EA an Command & Conquer: Generäle (2003) und Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde (2004). Das Studio erhielt 15 Millionen US-Dollar Risikokapital, unter anderem vom Publisher Private Division (Take-Two). Wildgate war das Debütspiel, die Entwicklung begann 2020, der Release erfolgte im Mai 2023. Der Titel ist ein teambasierter Sci-Fi-Shooter (5v5) mit Raumschiffkämpfen und Bodenmissionen. Vor dem Launch nahmen 30.000 Spieler an der Closed Beta teil. Die Vollversion startete mit zwölf Karten und vier Spielmodi.
Was bringt das letzte Update?
- Inhalte: Konkrete Details nennt Moonshot noch nicht. Der Patch soll aber „nicht düster und trübe“ sein, wie die Ankündigung andeutet.
- Zustand: Nach fast einem Jahr im Live-Betrieb endet die aktive Entwicklung. Das Studio konzentriert sich offenbar auf neue Projekte.
- Community: Spieler können weiterhin auf den vorhandenen Maps und Modi kämpfen, nur ohne frischen Content.
Einordnung in den Markt für Sci-Fi-Shooter
Der Markt für kompetitive Sci-Fi-Shooter ist eng. Wildgate trat gegen Overwatch 2, Valorant und Apex Legends an, aber auch gegen gescheiterte Konkurrenten wie LawBreakers (Cliff Bleszinski, 2017, nach einem Jahr eingestellt) oder Hyperscape (Ubisoft, 2020, Server 2022 abgeschaltet). Anders als diese lässt Moonshot die Server laufen. Eine Analyse von PC Gamer zeigte, dass 80 Prozent aller eingestellten Live-Service-Spiele innerhalb von zwei Jahren vollständig abgeschaltet werden. Wildgate verkaufte sich laut SteamSpy etwa 150.000 Mal, die Spitzenspielerzahl auf Steam lag bei 2.100. Nach drei Monaten fiel der Durchschnitt unter 200. Moonshot hatte auf saisonale Inhalte und Kosmetik-Mikrotransaktionen gesetzt. Der geringe Zuspruch machte weitere Investitionen unwirtschaftlich. Der finale Patch bringt keine neuen Monetarisierungsoptionen, nur Bugfixes und Balance-Anpassungen.
Ein Abschied ohne Drama
Moonshot Games betont, dass Wildgate nicht abgeschaltet wird. Das letzte Update ist eher ein Schlusspunkt unter die Support-Ära als ein Grabgesang. Das Spiel bleibt zugänglich, nur die Entwicklung neuer Features endet. Für Fans von Dustin Browders visuellem Stil und dem taktischen Sci-Fi-Gefecht ist das eine gute Nachricht: Der Server bleibt an, die Community kann weiterspielen. Neue Inhalte wird es aber nicht mehr geben.