Fast fertig nach drei Jahren
Das polnische Indie-Studio The Astronauts, bekannt für das atemberaubende The Vanishing of Ethan Carter, biegt mit Witchfire auf die Zielgerade ein. Nach rund drei Jahren im Early Access steht der düstere First-Person-Shooter kurz vor dem finalen Release.
Der Mix aus Roguelite-Mechaniken und Soulslike-Härte hat sich während der Vorab-Phase stetig verfeinert. Jetzt scheint das Projekt endlich den Feinschliff zu bekommen.
Die Macher: Ex-People-Can-Fly-Veteranen
The Astronauts wurde 2012 von Adrian Chmielarz, Michał Kosieradzki und Andrzej Poznański gegründet, alle drei waren vorher bei People Can Fly tätig. People Can Fly entwickelte Bulletstorm (2011) und Painkiller (2004), Spiele mit rasanter Action und übertriebener Gewalt.
Mit dem narrativen Erkundungsspiel The Vanishing of Ethan Carter (2014) schufen sie einen fotorealistischen Walking-Simulator, der auf Messen und bei Kritikern hohe Wellen schlug. Witchfire ist ihr erster Ego-Shooter seit über einem Jahrzehnt, und der erste mit Roguelite-Elementen. Das Studio zählt rund 20 Mitarbeiter, finanziert sich weitgehend selbst und hat keine Publisher-Bindung.
Geheimnisvoll, knallhart, bildschön
- Witchfire setzt auf eine düstere Atmosphäre mit übernatürlichen Gegnern und einer kargen, aber detailverliebten Welt.
- Die Kämpfe sind fordernd: Jeder Fehler kann den Tod bedeuten, aber jedes Durchspielen bringt neue Fähigkeiten und Waffen.
- Optisch liefert die hauseigene Engine von The Astronauts eine dichte Stimmung mit realistischen Licht- und Partikeleffekten.
Der Schwierigkeitsgrad erinnert an die Dark Souls-Reihe, während die permanenten Upgrades und der prozedurale Aufbau typische Roguelite-Zutaten einbringen.
Technische Eigenheiten der Engine
Witchfire läuft auf der The Astronauts Engine, einer Eigenentwicklung, die erstmals in Ethan Carter zum Einsatz kam. Statt auf herkömmliche Texturen zu setzen, berechnet die Engine Oberflächen photogrammetrisch aus realen Aufnahmen.
Das Ergebnis: Umgebungen ohne sichtbare Wiederholungen, die mit dynamischer Beleuchtung und physikbasierten Partikeln arbeiten. Kugeln hinterlassen echte Einschusslöcher, Blutspritzer reagieren auf die Umgebung. Diese Technik erlaubt dem Studio trotz kleiner Teamgröße eine Grafikqualität, die mit AAA-Titeln mithalten kann.
Einmalige Mischung aus Genre-Elementen
Das Besondere an Witchfire ist die Verbindung von schnellem FPS-Gefecht mit strategischem Ressourcenmanagement. Man sammelt Seelen und Materialien, schaltet neue Ausrüstung frei und riskiert in jedem Run alles.
Der Titel bleibt dabei stets geheimnisvoll. Die Story wird nicht auf dem Silbertablett serviert, sondern aus Umgebungen und kurzen Cutscenes zusammengesetzt.
Einordnung im Genre-Markt
Witchfire teilt DNA mit Returnal von Housemarque: Beide verbinden Roguelite-Mechaniken mit Ego-Shooter-Action. Returnal setzt jedoch auf Sci-Fi und flüssige Bewegungen, Witchfire auf mittelalterliche Fantasy und langsameres, taktisches Vorgehen.
Der Schwierigkeitsgrad erinnert an Dark Souls, aber ohne Nahkampf. Spieler müssen Distanz und Deckung managen, Feinde haben Schwachpunkte und reagieren auf Schadenselemente. Anders als Hunt: Showdown oder Escape from Tarkov ist Witchfire reiner PvE, es gibt keine menschlichen Gegner, nur KI-Kreaturen. Der Preis von 39,99 € im Early Access bleibt zum Release voraussichtlich gleich.
Release rückt näher
Ein genaues Datum für den finalen Launch gibt es noch nicht. Klar ist aber: Witchfire ist kein Early-Access-Projekt mehr, das jahrelang im Ungefähren dümpelt. Die Entwickler haben den Feinschliff abgeschlossen.
Für Fans von harten, aber fairen Shootern und düsterer Fantasy wird das der perfekte Zeitpunkt sein, um einzusteigen.
Bisherige Entwicklungsetappen
Der Early Access startete am 20. September 2022 exklusiv im Epic Games Store. Seitdem erschienen mehrere große Inhalts-Updates, die neue Biome, Waffen und Bosse hinzufügten, insgesamt sechs nennenswerte Erweiterungen.
Laut den Entwicklern wird die Version 1.0 drei vollständige Biome, sechs Waffenklassen und fünf Bosse enthalten. Derzeit sind zwei Biome spielbar. Das Studio veröffentlichte regelmäßige Patches und reagierte auf Community-Feedback, über 30 kleinere Updates seit dem Launch. Das finale Release markiert das Ende einer zweieinhalbjährigen Testphase, in der sich Witchfire von einem groben Prototypen zu einem polierten Roguelite-Shooter entwickelte.