Die nächste Preisschraube dreht sich schon
Microsoft hat am 25. Juni 2026 eine weltweite Preiserhöhung für Xbox-Konsolen angekündigt, die ab dem 1. August greift. Je nach Modell werden die Geräte zwischen 100 und 150 US-Dollar teurer. Das Unternehmen macht in einem offiziellen Xbox-Wire-Blog klar: Das war nicht die letzte Steigerung. Die Speicher- und Arbeitsspeicherkosten seien um das 2,5-Fache gestiegen, und eine erneute Verdopplung bis zum Herbst 2027 wird erwartet.
Warum die Preise immer weiter klettern
Die anhaltende Chip- und Speicherknappheit trifft die gesamte Technologiebranche: Konsolen, Laptops, Smartphones. Microsoft gibt an, monatelang mit Zulieferern nach Lösungen gesucht zu haben, ohne Erfolg. Der einstige Traum von der günstigen Spielkonsole rückt weiter in die Ferne. Die aktuellen Anstiege sind nicht die ersten: Bereits im Mai 2025 stiegen die Preise um 80 bis 100 Dollar, gefolgt von einem weiteren Plus zwischen 20 und 70 Dollar im Oktober 2025, allerdings nur in den USA.
Was bedeutet das für Gamer?
Ein neuer Xbox-Kauf wird für viele immer schwerer zu rechtfertigen. Die erste Erhöhung im Sommer 2026 kommt schon im August, die nächste könnte bereits im Winter 2027 oder spätestens 2028 folgen. Wie hoch der dann ausfällt, ist noch offen, Microsoft hält sich bedeckt. Die Speicherkosten steigen so rasant, dass Konsolenhersteller kaum anders können. Die Frage ist, ob sich der Konsolen-Markt mittelfristig noch gegen den Siegeszug des Cloud-Gamings und PCs behaupten kann, wenn die Einstiegshürde immer höher wird.
Die Historie der Xbox-Preisanpassungen seit 2020
Die Xbox Series X startete im November 2020 zu 499 US-Dollar, die Series S zu 299 US-Dollar, drei Jahre lang blieben diese Preise stabil. Die erste Erhöhung erfolgte im Mai 2025 mit einem Aufschlag von 80 bis 100 Dollar auf beide Modelle in mehreren Regionen. Im Oktober 2025 folgte eine zweite Anhebung um 20 bis 70 Dollar in den USA, während Europa im Dezember 2025 um 50 Euro stieg. Die aktuelle Preiserhöhung im August 2026 ist die vierte innerhalb von 18 Monaten und die höchste. Laut Microsoft stiegen die Verkaufszahlen der Xbox Series X/S nach den ersten beiden Anhebungen in den USA um 12%, anders als Analysten erwarteten –, doch die Nachfrage in preissensitiven Märkten wie Brasilien und Indien brach um bis zu 20% ein.
Speicherpreise treiben die gesamte Branche
Der Preis für NAND-Flash-Speicher ist laut Marktforscher TrendForce zwischen 2024 und 2026 um über 300% gestiegen. Ein 1-TB-SSD-Modul, das 2023 noch 80 US-Dollar kostete, wird 2026 für über 200 US-Dollar gehandelt. Die Materialkosten einer Xbox Series X lagen bei Launch laut TechInsights bei rund 460 US-Dollar, wovon etwa 120 US-Dollar auf den SSD-Speicher und 60 US-Dollar auf den Arbeitsspeicher entfielen. Heute werden die Speicherkosten auf über 250 US-Dollar geschätzt, sodass die Herstellungskosten auf rund 580 US-Dollar steigen. Sony erhöhte den PS5-Preis im August 2022 in Europa, Australien und Teilen Asiens um 50 Euro, eine Reaktion auf Inflation und Lieferkettenprobleme, nicht auf Speicherpreise. Nintendo hielt den Switch-Preis seit 2017 stabil, setzt aber auf Margenverbesserung durch höhere Softwareerlöse.
Cloud-Gaming als Alternative gewinnt an Boden
Microsofts Xbox Game Pass Ultimate bietet Cloud-Streaming auf Smartphones, Tablets und PCs. Statt einer 599 US-Dollar teuren Konsole (nach der Erhöhung) zahlt der Nutzer monatlich 15 US-Dollar, bei zwei Jahren Nutzung ergibt das 360 US-Dollar. Im Mai 2026 verzeichnete Xbox Cloud Gaming 20 Millionen monatlich aktive Nutzer, ein Plus von 50% gegenüber dem Vorjahr. Analysten von Ampere schätzen, dass der Cloud-Anteil am Xbox-Umsatz bis 2028 auf 25% steigen könnte. Dennoch bleibt die Abhängigkeit von stabilen Internetverbindungen ein Hindernis: In Deutschland haben laut Bitkom 8% der Haushalte keine ausreichende Bandbreite für HD-Streaming.