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Awaria: Wenn die Einsamkeit im All zur Geduldsprobe wird
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Awaria: Wenn die Einsamkeit im All zur Geduldsprobe wird

Awaria entführt uns in die verlassenen Ruinen einer sterbenden Raumstation. Ein atmosphärisches Indie-Abenteuer, das zwischen technischer Brillanz und spielerischer Monotonie schwankt.

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FatimaEzzahra Zouhoum
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Es gibt diese Spiele, bei denen man schon nach zehn Minuten weiß, dass sie entweder ein Kultklassiker oder ein vergessenes Nischenprodukt werden. Awaria, das neueste Werk des kleinen Indie-Studios hinter dem Projekt, fällt genau in diese Kategorie. Als einsamer Techniker auf der verlassenen Forschungsstation „Aethelgard“ gestrandet, ist das Ziel klar: Überleben, reparieren, entkommen. Doch der Weg dorthin ist gepflastert mit einer Atmosphäre, die so dicht ist, dass man sie fast mit einem Schneidbrenner bearbeiten könnte.

Die Stille, die schreit

Das Erste, was bei Awaria auffällt, ist die akustische Inszenierung. Wer das Spiel ohne Kopfhörer spielt, verpasst die halbe Erfahrung. Das leise Ächzen des Metalls, das ferne Zischen von entweichendem Sauerstoff und das rhythmische Klopfen der eigenen Stiefel auf den Gitterrosten erzeugen eine Spannung, die viele AAA-Produktionen vermissen lassen. Grafisch setzt das Spiel auf einen düsteren Industrial-Look, der durch exzellente Lichteffekte besticht. Wenn man in einem dunklen Korridor nur den schwachen Lichtkegel seiner Taschenlampe hat, der über verrostete Rohre wandert, dann fühlt sich das verdammt echt an.

Das Problem mit der Spielmechanik

Doch wo viel Licht ist, da ist auch Schatten – und hier beginnt meine Kritik. Awaria möchte ein Survival-Spiel sein, das den Spieler fordert. Das gelingt in den ersten zwei Stunden auch hervorragend. Man haushaltet mit Batterien, sucht nach Ersatzteilen und repariert defekte Terminals. Doch ab der Mitte des Spiels verliert sich dieser Reiz in einer repetitiven Schleife.

Das größte Manko ist das Backtracking. Man wird ständig dazu genötigt, bereits besuchte Sektoren erneut zu durchqueren, nur um einen Schlüssel für eine Tür zu finden, die man vor einer Stunde bereits gesehen hat. Das ist kein „Metroidvania“-Design, das ist schlichtes Strecken der Spielzeit. Wenn ich zum fünften Mal durch denselben dunklen Wartungsschacht kriechen muss, verfliegt der Horror und macht Platz für pure Langeweile.

Dazu kommt die Steuerung. Während das Spiel in den ruhigen Momenten überzeugt, wird es in den seltenen Kletter- oder Fluchtsequenzen hakelig. Die Sprungmechanik fühlt sich schwammig an, was in einem Spiel, in dem ein Sturz in die Tiefe den sofortigen Tod bedeutet, für unnötigen Frust sorgt. Ich bin mehr als einmal an einer Kante hängengeblieben, die eigentlich gut erreichbar sein sollte – ein technischer Schnitzer, der den Spielfluss empfindlich stört.

Eine Geschichte, die man suchen muss

Die Erzählweise von Awaria ist minimalistisch. Es gibt keine langen Zwischensequenzen oder aufdringliche Dialoge. Die Geschichte entfaltet sich durch Audio-Logs und verstreute Notizen. Das ist ein mutiger Ansatz, der belohnt wird, wenn man bereit ist, sich darauf einzulassen. Die Lore ist düster, philosophisch und wirft Fragen über den menschlichen Fortschritt und die Isolation auf, die auch nach dem Abspann noch im Kopf bleiben. Wer jedoch eine lineare, actiongeladene Sci-Fi-Story erwartet, wird enttäuscht sein. Hier muss man sich die Puzzleteile der Handlung hart erarbeiten.

Fazit: Ein Rohdiamant mit Ecken und Kanten

Ist Awaria ein Meisterwerk? Nein. Dafür ist das Pacing zu unausgewogen und die Steuerung zu unpräzise. Aber ist es ein Spiel, das man gespielt haben sollte, wenn man eine Schwäche für atmosphärische Sci-Fi-Horror-Titel hat? Definitiv.

Die Entwickler haben eine Welt geschaffen, die sich greifbar anfühlt. Man spürt die Kälte des Vakuums und die Verzweiflung der ehemaligen Crew. Wenn man über die spielerischen Längen hinwegsieht und sich auf die Stimmung einlässt, bietet Awaria ein Erlebnis, das man so schnell nicht vergisst. Es ist ein Spiel für geduldige Entdecker, die den Weg über das Ziel stellen. Wer jedoch schnelle Action und perfekt polierte Mechaniken sucht, sollte lieber einen Bogen um die „Aethelgard“ machen.

Für mich persönlich bleibt Awaria ein Spiel, das ich trotz seiner Macken ins Herz geschlossen habe – einfach, weil es sich traut, anders zu sein. Ein solider Indie-Titel, der zeigt, dass man mit Atmosphäre mehr erreichen kann als mit einem riesigen Budget. Ich bin gespannt, was das Team als Nächstes liefert, wenn sie die spielerischen Schwächen ausmerzen.

7.2
/10
GUT

+ PRO

  • +Herausragendes, beklemmendes Sounddesign
  • +Visuell beeindruckende Licht- und Schatteneffekte
  • +Tiefgründige, kryptische Lore-Häppchen

- CONTRA

  • -Zähes Pacing im Mittelteil
  • -Teilweise frustrierende Backtracking-Passagen
  • -Schwammige Steuerung in den Klettersequenzen

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