Fembot Vending Machine: Blechschaden statt Spielspaß
Ein bizarres Actionspiel, das trotz kreativer Prämisse an seiner eigenen technischen Umsetzung scheitert.
Der erste Eindruck
Fembot Vending Machine präsentiert sich als bunte Mischung aus Arcade-Shooter und Simulation. Der Spieler steuert einen metallischen Verkaufsautomaten, der sich gegen eine Invasion von feindlichen Haushaltsgeräten verteidigen muss.
Die optische Gestaltung erinnert stark an 8-Bit-Titel der frühen Neunziger. Leider leidet die Übersichtlichkeit unter dem zu hohen Kontrast der Neonfarben.
Spielmechanik und Frustfaktor
Die Steuerung folgt einer starren Tank-Logik, die für einen Actiontitel dieser Art zu schwerfällig wirkt. Jedes Manöver fühlt sich an, als würde man einen Kühlschrank über eine Eisfläche schieben.
Besonders störend ist die mangelhafte Treffererkennung bei den Feinden. Schüsse, die mitten im Sprite landen, werden oft nicht registriert, was den Schwierigkeitsgrad künstlich in die Höhe treibt.
Technische Stolpersteine
Der technische Zustand des Titels ist mit dem Prädikat „unfertig“ noch wohlwollend beschrieben. Der bereits erwähnte Absturz nach 45 Minuten ist kein Einzelfall, sondern ein reproduzierbarer Fehler in der Speicherverwaltung.
Dazu gesellen sich Glitches in der Physik-Engine. Springt der Automat auf eine schräge Ebene, schießen die Texturen unkontrolliert in den Raum.
Kuriositätenkabinett
Trotz der massiven Kritikpunkte besitzt das Projekt einen gewissen Charme. Die Idee, Währung durch das Sammeln von Münzen in einer „Bullet Hell“ zu generieren, ist im Ansatz erfrischend.
Wer das Spiel für unter drei Euro im Sale findet, kann einen Blick riskieren. Wer ein spielbares Erlebnis erwartet, sollte den digitalen Store-Button ignorieren.
Der Titel bleibt eine verpasste Gelegenheit für ein originelles Konzept. Die Entwickler haben die grundlegende Programmierung der Hardware-Interaktion vernachlässigt.
+ PRO
- +Das Design der Fembot-Automaten orientiert sich charmant an japanischen Werbeautomaten der 90er Jahre
- +Die jazzige Fahrstuhlmusik im Menü sorgt für eine ungewöhnliche, entspannte Grundstimmung
- +Spieler können durch den Kauf von Upgrades ihre Schussfrequenz temporär um 200% steigern
- +Die Bosskämpfe gegen defekte Kaffeemaschinen bieten unerwartet komplexe Angriffsmuster
- +Ein lokaler Koop-Modus ermöglicht das gemeinsame Steuern eines einzelnen Automaten via zwei Controllern
- CONTRA
- -Die Kollisionsabfrage versagt bei Treppenstufen, wodurch der Charakter regelmäßig durch den Boden fällt
- -Gegnerische Projektile sind aufgrund der identischen Farbpalette zum Hintergrund kaum auf dem Bildschirm erkennbar
- -Das Spiel stürzt nach genau 45 Minuten Spielzeit ohne Fehlermeldung auf allen Plattformen ab
- -Fehlende Checkpoints zwingen Spieler nach jedem Ableben dazu, das gesamte erste Level erneut zu absolvieren
FAZIT
Wer auf absurde Roboter-Konzepte steht, findet hier eine kurze Kuriosität, die an ihren fatalen technischen Mängeln zugrunde geht.
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