Space Ends: Ein galaktischer Reinfall
Ein Action-Spiel, das zwischen Rohrkrepierer und technischem Totalausfall balanciert, und auf ganzer Linie scheitert.
Der erste Eindruck: Nichts als leere Versprechungen
Das Startmenü von Space Ends verspricht mit knalligen Neonfarben und einem pulsierenden Sternenhintergrund eine spacige Actionerfahrung. Nach dem Klick auf „Neues Spiel” wartet eine textlose, unüberspringbare Cutscene, in der ein Pixelraumschiff fünfzehn Sekunden lang auf der Stelle schwebt.
Die Tastenbelegung? Nicht einsehbar. Ein Tutorial? Fehlanzeige. Der erste Spiellauf ist ein wildes Herumprobieren: Mit WASD lässt sich die Spielfigur bewegen, die linke Maustaste schießt eine blaue Kugel, mehr gibt es nicht.
Grafik & Sound: Altbacken, aber nicht charmant
Die Grafik wirkt wie eine lieblos zusammengeklickte Unity-Asset-Sammlung: matte Texturen, kantige Modelle, keine Schatten. Immerhin: Das Hauptmenü-Design mit seinen Neonlinien hat einen gewissen Retro-Pulp-Appeal.
Der Soundtrack im ersten Level dröhnt mit einem treibenden Bass, laut und aggressiv. Leider wiederholt sich die gleiche Schleife bereits nach 20 Sekunden und bleibt bis zum Ende die Einzige.
- Waffensounds klingen druckvoll, aber monoton: Jeder Schuss hört sich exakt gleich an.
- Gegner geben keine Geräusche von sich, außer einem metallischen Quietschen beim Zerstören.
Gameplay: Eine Katastrophe ohne Steuerungshilfe
Die Steuerung reagiert zwar, der Charakter läuft, schießt, springt. Aber die Kollisionsabfrage ist ein Trauerspiel:
- Der Held läuft durch Wände und Hindernisse hindurch, sobald man etwas Schräglage einnimmt.
- Gegner (nur eine Sorte fliegender Drohnen) bleiben oft in unsichtbaren Ecken hängen.
Nach dem Tod (der häufig durch steckenbleibende Bewegungen passiert) startet das Spiel neu, aber nicht immer.
- Etwa jeder fünfte Bildschirmtod führt zu einem Einfrieren von 8–10 Sekunden, bevor der Bildschirm schwarz wird und neu lädt.
- Keine Speicherfunktion, keine Checkpoints. Einmal ausgeschaltet, ist der Spielfortschritt weg.
Leveldesign & Gegnervielfalt: Drei Korridore, eine Drohne
Es gibt exakt drei identische Korridore, die sich durch zufällig verteilte Kisten und Fässer unterscheiden sollen.
- Alle Wände sehen gleich aus (rostige Metallplatten), alle Böden sind das gleiche Gitter.
- Die einzige Gegnerart, eine schwebende Kugel mit zwei roten LED-Augen, taucht in Mengen von zwei bis fünf Stück auf.
Ein Bosskampf? Fehlanzeige. Ein alternatives Ziel? Nicht vorhanden. Das Spiel endet abrupt nach etwa 45 Minuten, wenn man den dritten Korridor durchquert hat, ohne Abspann, ohne Erklärung.
Technik & Performance: Unfertig auf ganzer Linie
Systemanforderungen sind nicht angegeben, aber auf einem aktuellen Mittelklasse-PC (Ryzen 5, GTX 1660) ruckelt das Spiel bereits im Hauptmenü.
- Die Framerate fällt in Kämpfen mit mehr als drei Gegnern unter 20 FPS.
- Der Mauszeiger bleibt während des Spiels sichtbar und kann versehentlich das Fenster verlassen.
Ein Absturz nach etwa 15 Minuten Spielzeit gehört zur Tagesordnung, der Fehlerbericht verweist auf einen Nullpointer im Skript „EnemySpawner”.
- Kein Patch, kein Entwickler-Kontakt, kein Forum: Das Spiel wirkt wie eine unfertige Beta, die versehentlich veröffentlicht wurde.
Fazit: Nicht mal für 2 Euro seinen Speicherplatz wert
Space Ends ist kein Spiel, sondern ein technisches Desaster mit einem Funken guter Ideen im Hauptmenü-Design. Der einzige Grund, es zu installieren: um zu sehen, wie tief man mit einem blanken Minimum an Entwicklung fallen kann.
+ PRO
- +Hauptmenü-Design mit Neonoptik hat Stil
- +Waffen-Sounddesign im ersten Level klingt druckvoll
- +Kurze Ladezeiten zwischen den wenigen Abschnitten
- +Eine einzige Gegnerart (Drohne) lässt sich verlässlich treffen
- +Die Spielzeit von knapp 45 Minuten ist zumindest überschaubar
- CONTRA
- -Kollisionsabfrage erkennt nur jedes zweite Hindernis, Charakter läuft durch Wände
- -Kein Tutorial, keine Steuerungshilfe, Tastenbelegung nicht einsehbar
- -Nach jedem fünften Tod friert das Spiel für 8–10 Sekunden ein
- -Level-Design besteht aus drei identischen Korridoren mit zufälligen Boxen
FAZIT
Ein unfertiges Produkt, das selbst auf dem Niveau eines Shareware-Titels der 90er Jahre enttäuscht, nur für absolute Vorsicht geboten.
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