Iron Sky: Invasion UHD, Ein Mond-Reich der Enttäuschung
Der Director's Cut des Weltraum-Shooters zu Iron Sky liefert aufpolierte Grafik, aber kaum spielerische Substanz.
Der Himmel über dem Mond
Iron Sky: Invasion startete 2012 als Begleitspiel zum gleichnamigen Film. Der UHD Director’s Cut von 2022 poliert die Texturen auf 4K und optimiert die Framerate. Unter der glänzenden Oberfläche verbirgt sich ein Arcade-Shooter, der sein Alter nicht verbergen kann.
Die Kampagne erzählt eine alternative Geschichte nach dem Film. Der Spieler steuert ein Raumschiff der UN und bekämpft die Lunar Nazis. Die Zwischensequenzen nutzen Standbilder aus dem Film, eine spartanische Inszenierung, die den Charme der Vorlage nicht transportiert.
Gameplay: Fliegen wie 1998
Die Steuerung erinnert an Descent oder Wing Commander, sechs Freiheitsgrade, aber ohne echte Tiefe. Vier Schiffsklassen bieten unterschiedliche Bewaffnung: Die Eagle trägt Laserkanonen, die Falcon Raketen. Die Unterschiede sind minimal; im Kampf spürt man keinen taktischen Vorteil. Der Koop-Modus für zwei Spieler am selben Bildschirm ist eine nette Beigabe, aber offline nur mit Splitscreen.
- Die Missionen sind extrem repetitiv: Eskortiere Frachter, zerstöre Basen, sammele Energiezellen. Nach drei Missionen kennt man jeden Ablauf.
- Die Gegner-KI fliegt vorhersehbare Achterbahn-Muster. Einfach auf eine Position warten und nachziehen, das funktioniert immer.
- Checkpoints gibt es nicht. Ein Absturz zwei Minuten vor Missionsende bedeutet Neustart. Bei einer vierstündigen Kampagne summiert sich das zu massivem Frust.
- Der Schwierigkeitsgrad ist nicht durch clevere Gegner unfair, sondern durch fehlende Rücksetzpunkte. Mission 5 erfordert zehn Minuten konzentriertes Spiel, ohne Fehler.
Technik und Präsentation
Die UHD-Remaster-Arbeit ist solide. Die Raumschiffmodelle zeigen scharfe Texturen, die Beleuchtung im Weltraum wirkt modern. Der Soundtrack von Laibach passt perfekt zum absurden Setting, dumpfe Beats und Marschmusik. Leider fehlt eine deutsche Synchronisation, obwohl der Film deutschsprachig ist. Nur englische Untertitel sind vorhanden.
- Performance läuft flüssig auf moderner Hardware, keine Ruckler oder Einbrüche.
- Die HUD-Elemente sind verwaschen und schlecht skaliert in 4K. Texte wirken unscharf.
- Das Menü-Design wirkt lieblos, als hätte man die Assets einfach hochskaliert. Kein neues Artwork.
- Im Splitscreen-Modus werden die Bildschirme manchmal falsch zugeschnitten, ein Bug, der bei schnellen Bewegungen stört.
Fazit
Iron Sky: Invasion UHD ist ein Director’s Cut, der die Gräben des Originals nicht zuschüttet. Er bietet geputzte Grafik und einen treuen Soundtrack, aber das Gameplay bleibt seelenlos. Wer den Film liebt, bekommt ein kurzes, lauwarmes Arcade-Erlebnis. Alle anderen greifen zu Freespace 2 oder Everspace. Die 3.5 Punkte sind ein Tribut an die verrückte Prämisse, spielerisch ist das Mondreich eine Enttäuschung.
+ PRO
- +UHD-Remaster der Raumschiffmodelle zeigt detaillierte Texturen
- +Soundtrack von Laibach untermalt die absurde Nazi-Mond-Atmosphäre
- +Vier spielbare Raumschiffklassen mit unterschiedlichen Waffenloadouts
- +Koop-Modus für zwei Spieler an einem Bildschirm
- +Günstiger Preis als Director's Cut auf Steam
- CONTRA
- -Missionen bestehen zu 90% aus identischen Eskort- und Zerstörungsaufträgen
- -Gegner-KI fliegt immer die gleichen vorhersehbaren Muster
- -Deutsche Synchronisation fehlt komplett, nur englische Untertitel
- -Speicherfunktion fehlt mitten in Missionen, kein Checkpoint-System
FAZIT
Iron Sky: Invasion UHD ist ein liebloses Remaster eines ohnehin schwachen Arcade-Shooters, das nur hartgesottene Filmfans anspricht.
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