Schwere Vorwürfe in Azeroth
Ein Game Master bei Blizzard Entertainment hat seine administrativen Zugriffsrechte für unautorisierte Spielvorteile genutzt. Der Vorfall ereignete sich innerhalb der laufenden Saison von World of Warcraft, in der Konkurrenz um seltene Beutestücke und Ranglistenplätze besonders hoch ist.
Blizzard Entertainment wurde 1991 als Silicon & Synapse gegründet und entwickelte Titel wie The Lost Vikings und Rock n' Roll Racing. Nach der Umbenennung in Blizzard etablierte das Studio mit Warcraft, StarCraft und Diablo drei der erfolgreichsten Spieleserien der Branche.
Die Konsequenzen
- Der Mitarbeiter wurde nach einer internen Prüfung mit sofortiger Wirkung entlassen.
- Die begünstigten Accounts erhielten Sperren mit einer Dauer zwischen 30 Tagen und einer permanenten Schließung.
- Alle durch die Manipulation erworbenen Gegenstände wurden aus dem Spiel entfernt.
Der Vorfall erinnert an frühere Skandale, etwa den „Khadgar-Bug“ oder den Verkauf von In-Game-Gold durch ehemalige Mitarbeiter. Solche Vorfälle belasten das Vertrauen der Spieler in die Integrität der Warcraft-Wirtschaft, die seit dem Start von World of Warcraft im Jahr 2004 ein zentrales Element von Azeroth ist.
Hintergrund des Vorfalls
Die internen Protokolle von Blizzard dokumentieren jeden Befehl, den ein Game Master in der Konsole eingibt. Diese Logs erlaubten der Sicherheitsabteilung die Identifizierung der modifizierten Transaktionen innerhalb weniger Stunden nach den ersten Nutzerbeschwerden.
Der Zugriff auf Spielerkonten für Support-Zwecke ist bei Blizzard streng reglementiert und erfordert in der Regel ein aktives Support-Ticket. Der beschuldigte Mitarbeiter umging diese Protokolle, um Spielern gezielt Vorteile zu verschaffen, die diese sich auf regulärem Wege nicht hätten erspielen können.
Branchenkontext und Historie
In der Geschichte der MMORPGs gab es immer wieder Fälle von Machtmissbrauch durch privilegierte Nutzer. 2002 sorgte ein Verant Interactive-Mitarbeiter bei EverQuest für Aufsehen, als er in der Gestalt eines Drachen Spielercharaktere tötete.
World of Warcraft selbst verzeichnete nach dem Release von World of Warcraft: Classic im Jahr 2019 einen Anstieg an Support-Anfragen. Die Umstellung auf automatisierte Systeme und der Abbau von lokalem Personal führten in der Vergangenheit zu einer geringeren Kontrolle über die Handlungen einzelner Support-Mitarbeiter.
Reaktion der Community
Spieler kritisieren in den Foren, dass die Qualität des Kundendienstes seit der Übernahme der Muttergesellschaft Activision durch Microsoft sichtbare Schwankungen aufweist. Die Community fordert ein „Four-Eyes-Prinzip“ für alle GM-Eingriffe, bei dem jede Änderung an einem Account durch eine zweite Person bestätigt werden muss.
Blizzard arbeitet derzeit an einer technischen Beschränkung der GM-Befugnisse. Künftig sollen Mitarbeiter keine direkten Änderungen an Inventaren oder Goldbeständen mehr vornehmen können, ohne dass dies eine automatische Meldung an die übergeordnete Sicherheitsinstanz auslöst.
Der aktuelle Vorfall bleibt ein Einzelfall in der jüngeren Statistik, jedoch steigt der Druck auf das Unternehmen, die interne Sicherheit zu erhöhen. Die Entwickler haben den Verhaltenskodex für Mitarbeiter mit administrativen Rechten am vergangenen Dienstag aktualisiert.