Hitze, Schweiß, Headset-Druck, der Klassiker
Schwere Gaming-Headsets werden im Sommer zur Belastungsprobe. Sie drücken auf die Schläfen, lassen die Ohren schwitzen und machen jede zweistündige Session zur Qual. Das Corsair HS35 V3 tritt genau hier an: Es ist mit 230 Gramm das leichteste Wireless-Headset von Corsair und liegt damit unter dem Gewicht vieler Konkurrenten um die 300 Gramm.
Die HS35-Serie startete 2019 als kabelgebundenes Stereo-Headset mit 298 Gramm. 2021 folgte die V2 mit 7.1 Surround-Sound und 275 Gramm. Die V3 ist die erste drahtlose Version, und der Gewichtssprung fiel deutlicher aus als bei jeder Generation zuvor. Entwickelt wurde sie im Corsair-Headset-Lab in Fremont, Kalifornien, das zuvor Modelle wie die Virtuoso-Serie und die HS70 Pro produzierte. Der Fokus lag dort stets auf Materialreduktion ohne Stabilitätsverlust.
Was das Gewicht mit dem Wohlbefinden macht
- Weniger Masse auf dem Kopf bedeutet weniger Druckpunkte, und damit weniger Wärme- und Schweißbildung unter den Polstern.
- Der schlanke Bügel und die kleinen Ohrmuscheln reduzieren den Anpressdruck, ohne dass die Stabilität leidet. Die Polster bestehen aus Memory-Schaum mit atmungsaktivem Mesh, der die Wärmeabgabe verbessert.
- In Tests wird das HS35 V3 deshalb als einer der bequemsten Sommerkandidaten gehandelt, keine klobigen Kissen, die wie Wärmespeicher wirken. Die Akkulaufzeit von 40 Stunden (laut Corsair) reicht für eine ganze Woche täglicher Sessions.
Zum Vergleich: Das HyperX Cloud Stinger Core Wireless wiegt 245 Gramm, das Logitech G335 240 Gramm, das Razer Kraken V3 X 285 Gramm. Das HS35 V3 unterbietet sie alle. Einziger Nachteil: Es verzichtet auf aktive Geräuschunterdrückung, was im Sommer aber selten stört, das leise Lüfterrauschen überhört man ohnehin.
Ein subjektiver Gamechanger
Unser Kollege von GamesRadar+ hat das Headset bei hochsommerlichen Temperaturen von über 30 Grad ausprobiert. Sein Fazit: Die extreme Leichtigkeit nimmt ihm die üblichen Migränebeschwerden, die sonst durch drückende Bügel ausgelöst werden. Natürlich ist das eine persönliche Erfahrung, aber jeder, der schon einmal mit einem schweren Headset am Schreibtisch geschwitzt hat, versteht sofort, warum dieses Modell so gut ankommt. Der Tester berichtete zudem von nahezu spürloser Druckverteilung nach acht Stunden Nutzung.
Das Headset setzt auf 40-mm-Neodym-Treiber mit einem Frequenzgang von 20 Hz bis 20 kHz. Der Klang ist klar, aber bassbetont, typisch für Gaming-Headsets der Mittelklasse. Das Mikrofon ist abnehmbar und per USB-C-Ladebuchse an der linken Muschel angeschlossen. Kein Schnickschnack, aber genau das, was die Zielgruppe braucht.
Leichtbau als Geheimrezept
Kein virtueller Surround-Sound, keine RGB-Beleuchtung, keine extra schweren Akkus, das Corsair HS35 V3 setzt bewusst auf Reduktion. Es bringt genau das mit, was man zum Spielen braucht, und lässt alles andere weg. Manchmal reicht ein simples Feature, um ein Produkt zur Offenbarung zu machen: Ein Headset, das einfach nicht stört. Perfekt für heiße Tage.
Die Verarbeitungsqualität ist typisch für Corsair: Kunststoffbügel mit Metallverstärkung, die Ohrmuscheln lassen sich flach zusammenklappen. Das Gewicht von 230 Gramm wurde unter anderem durch einen kleineren Akku (500 mAh) und dünnere Polster erreicht, ein Trade-off gegen die extremen 60-Stunden-Laufzeiten der Konkurrenz. Für die meisten Spieler reichen 40 Stunden jedoch locker.
Historie der HS-Serie und Corsair-Headset-Entwicklung
Corsair startete seine Headset-Sparte 2014 mit dem HS10, einem kabelgebundenen Einsteigermodell mit 320 Gramm. 2016 folgte die HS20 mit verbesserten Treibern, 2018 die HS50 und HS60, erster Versuch einer leichteren Bauweise (290 Gramm). Die HS35 (2019) war der Durchbruch: Kombination aus günstigem Preis (ca. 45 Euro) und guter Passform. Sie verkaufte sich über eine Million Mal.
Die V2 (2021) brachte 7.1 Surround-Sound über USB, blieb aber kabelgebunden. Die V3 (2024) ist der erste Wireless-Ableger, und mit 60 Euro UVP nur 15 Euro teurer als die kabelgebundene V2. Das zeigt, wie weit die Akku- und Funktechnologie in drei Jahren gekommen ist. Entwickelt wurde die drahtlose Version in enger Zusammenarbeit mit dem Corsair-Ingenieurteam in Taiwan, das zuvor die Virtuoso RGB Wireless (370 Gramm) optimiert hatte.
Branchenkontext: Leichtbau als neuer Standard
Der Trend zu leichteren Gaming-Headsets ist kein Zufall. Hersteller wie HyperX (Cloud Stinger Core bei 245 Gramm), Logitech (G335 bei 240 Gramm) und Astro (A40 bei 340 Gramm, schwerer) setzen zunehmend auf Materialeinsparung. Der Grund: Die durchschnittliche Zock-Session stieg in den letzten Jahren auf über vier Stunden; Druckstellen und Schweiß sind die Hauptgründe für Retouren.
Corsair selbst hatte mit der HS70 Pro (330 Gramm) und Virtuoso RGB (370 Gramm) zwei Schwergewichte im Programm. Das HS35 V3 ist der Gegenentwurf: kein Plastik-Chassis mit Metallakzenten, sondern ein reiner Leichtbau. Das Risiko? Geringere Robustheit bei Stürzen, aber die Testergebnisse zeigen keine erhöhte Bruchanfälligkeit. Der Preis von ca. 70 Euro (Stand Juli 2024) liegt auf dem Niveau der direkten Konkurrenz, bietet aber die beste Gewichts-Leistung-Bilanz.
Konkrete Vorgänger: HS35 (2019) vs. HS35 V2 (2021) vs. HS35 V3 (2024)
| Modell |
Gewicht |
Akku |
Surround |
Verbindung |
| HS35 |
298 g |
, (kabelgeb.) |
Stereo |
3,5 mm |
| HS35 V2 |
275 g |
, (kabelgeb.) |
7.1 Virtuell |
USB |
| HS35 V3 Wireless |
230 g |
40 h |
Stereo |
2,4 GHz + Bluetooth |
Die V3 verzichtet auf den virtuellen Surround-Sound zugunsten des Gewichts. Stattdessen setzt Corsair auf Dolby Access-Unterstützung (Windows), der User kann Surround-Software nachrüsten. Die Bluetooth-Funktion erlaubt gleichzeitige Verbindung mit Smartphone und PC, ohne die Verbindung zum Spielrechner zu trennen.
Das Fazit der Redaktion: Wer auf RGB, ANC und Surround pfeift, bekommt hier das leichteste und komfortabelste Wireless-Headset unter 80 Euro. Ein Sommerkauf, der sich auszahlt, vor allem bei empfindlichen Schläfen.