Ein Abschied nach über einem Jahrzehnt
Ein Spieler beendet nach elf Jahren seinen aktiven Dienst als Koop-Helfer in Bloodborne. Die Mission bestand darin, verzweifelte Nutzer bei dem Bossgegner „Ludwig der Verfluchte“ in der Erweiterung The Old Hunters zu unterstützen.
Die Kosten für das notwendige PS Plus-Abonnement stehen nach über einem Jahrzehnt in keinem Verhältnis mehr zum Nutzen. Da die Spielerzahlen auf den dedizierten Servern sinken, bleibt der Helfer oft stundenlang ohne Interaktion in der Spielwelt zurück.
Was den Helden auszeichnete
Der namenlose Spieler spezialisierte seinen Charakter exakt auf den Kampf gegen den Boss Ludwig, um Neulingen den Sieg zu ermöglichen. Diese Hingabe erforderte eine präzise Wahl der Ausrüstung, der Werteverteilung und der Runen.
- Der Spieler verbrachte tausende Stunden in der Nähe der Boss-Nebelwand.
- Sein Ziel war ausschließlich die Koop-Unterstützung für diesen spezifischen Kontrahenten.
- Er ermöglichte hunderten Spielern den Fortschritt, an dem sie in der solitären Erfahrung scheiterten.
Die Herkunft des Spiels und die DNA von FromSoftware
Bloodborne entstand unter der Leitung von Hidetaka Miyazaki und dem Entwicklerstudio FromSoftware. Vor diesem Titel festigte das Studio seinen Ruf durch die Dark Souls-Reihe sowie den geistigen Vorgänger Demon’s Souls aus dem Jahr 2009.
- Demon’s Souls begründete 2009 das Genre der sogenannten „Souls-Spiele“ auf der PlayStation 3.
- Dark Souls folgte 2011 und erweiterte die Formel um eine zusammenhängende Spielwelt.
- Bloodborne erschien im März 2015 als Exklusivtitel für die PlayStation 4, wobei das Design den Fokus von defensiver Schild-Taktik auf aggressive Konter verlagerte.
Der Grund für den Rücktritt
Die Entscheidung basiert auf der abnehmenden Aktivität innerhalb der Online-Modi der PlayStation 4. Das Warten vor der Boss-Arena wurde zur einsamen Beschäftigung, da die „Beckoning Bell“ (die Glocke zum Rufen von Helfern) kaum noch Signale aussendet.
- Das monatliche Abonnement für PS Plus kostet aktuell etwa 71,99 Euro pro Jahr in der Basis-Stufe.
- Ohne aktive Spieler verliert die asynchrone und synchrone Online-Mechanik ihre Funktion.
- Die Latenzzeiten zwischen den Beschwörungen stiegen in den letzten zwölf Monaten von wenigen Minuten auf mehrere Stunden an.
Branchenkontext und Vergleichswerte
Im Vergleich zu Live-Service-Titeln wie Destiny 2 oder Fortnite verlässt sich Bloodborne auf eine organische, aber langsam schrumpfende Community. Das Spiel erhielt seit der Veröffentlichung keine inhaltlichen Updates oder technischen Patches für modernere Hardware-Generationen.
- Während Konkurrenten wie Elden Ring monatlich Millionen aktive Spieler verzeichnen, stagniert die Spielerzahl von Bloodborne auf einem Niveau, das auf eine reine Fan-Basis hindeutet.
- Der Verzicht auf eine PC-Portierung verhindert den Zustrom neuer Spieler, die das Wachstum der aktiven Soulslike-Community sonst stützen würden.
- Die technische Limitierung auf 30 Bilder pro Sekunde und die Ladezeiten der PlayStation 4 erschweren den Wiedereinstieg für moderne Nutzer.
Ein Blick auf die Zahlen
Bloodborne verkaufte sich laut Sony bis Ende 2015 über zwei Millionen Mal. Trotz des Kultstatus unter Kritikern blieb eine Fortsetzung bisher aus, was die Community dazu zwingt, in den bestehenden Arealen zu verweilen.
- Reddit-Nutzer im Subreddit „r/bloodborne“ führen Statistiken über die Aktivität der Glocken-Signale in verschiedenen Regionen.
- Der Dienst des Spielers wird in der Community als „Kos-Level“ an Hilfsbereitschaft gewertet, benannt nach einem anderen Boss der Erweiterung.
- Er lässt seinen Charakter an der letzten Laterne vor dem Bosskampf zurück, nachdem das Abonnement nun final ausläuft.