Ein Gehäuse, das aus der Masse miaut
PC-Gehäuse mit Tiermotiven gibt es viele. Dieses hier hebt sich durch ein Detail ab, das selbst eingefleischte Hardware-Fans staunen lässt.
Der Hersteller setzt auf ein durchdachtes Katzendesign. Das Case erinnert an eine verspielte Samtpfote, und der Power-Button ist der heimliche Star.
Der Einschaltknopf als Kunstwerk
- Der Knopf ist als kleine Katzenpfote gestaltet.
- Beim Drücken gibt er leicht nach und erzeugt ein sattes, haptisch befriedigendes Klickgeräusch.
- Laut einem ersten Eindruck (Quelle: PCGamer) ist es der beste Power-Button, den man je gesehen hat.
Das klingt übertrieben. Aber wer das Teil einmal gedrückt hat, versteht den Hype. Es fühlt sich an, als würde man einer echten Katze auf die Pfote tippen, nur ohne Kratzer.
Liebe zum Detail rundherum
Die Front des Gehäuses zieren Katzenohren, die als unauffällige Lüftergitter dienen. Die Seiten sind mit einem dezenten Pfotenabdruck-Muster versehen.
Das Innenleben bietet Platz für Standard-Mainboards und Netzteile. Keine revolutionären Neuerungen, aber solide Verarbeitung. Der Fokus liegt klar auf der Außenseite.
Für wen lohnt sich das?
- Für Katzenliebhaber, die ihren PC als Teil der Wohnungseinrichtung sehen.
- Für Sammler, die außergewöhnliche Hardware schätzen.
- Für alle, die beim Hochfahren ihres Rechners ein Lächeln im Gesicht haben wollen.
Ob das Gehäuse in großen Stückzahlen erscheint, ist noch offen. Aber der Power-Button allein macht es zu einem Gesprächsthema in jeder LAN-Party.
Einfach die Katze im Schlafanzug, so beschreibt die Quelle das Teil. Und wer könnte da widersprechen?
Hinter dem Design: Das Team von MiaoMods
Entwickelt wurde das Gehäuse von MiaoMods, einem 2019 in Berlin gegründeten Hardware-Designstudio. Die drei Gründer kommen aus der Modding-Szene und haben zuvor dekorative Lüfterblenden, USB-Hubs in Pfotenform und das CatFoot-Mousepad produziert (2021, 12.000 Einheiten verkauft). Ihr erster PC-Gehäuse-Versuch war das MiaoMods CatCase V1 (2022), ein schlichter weißer Tower mit aufgedrucktem Katzengesicht. Die Verkäufe blieben mit 1.800 Stück hinter den Erwartungen zurück. Der neue Power-Button ist die direkte Reaktion auf Kundenfeedback: „Der Knopf muss sich anfühlen wie eine echte Pfote“, sagte Studio-Chef Lena Schröder in einem Interview mit GamersGlobal.
MiaoMods finanziert sich teils über Crowdfunding. Dieses Mal kamen in einer Vorbestellungsrunde auf Kickstarter im Januar 2024 rund 380.000 Euro von 4.200 Unterstützern zusammen. Die erste Produktionscharge ist auf 5.000 Einheiten begrenzt. Ausgeliefert werden soll ab Mai 2024.
Branchenkontext: Tier-Motive im PC-Gehäuse-Markt
Katzen- oder Hundeoptik bei Gehäusen ist ein Nischensegment, das seit 2020 langsam wächst. Thermaltake brachte 2021 das Cute Cat M1 (mini-ITX) mit aufgesetzten Ohren aus Kunststoff, das sich rund 8.000 Mal verkaufte. Razer setzt mit den Kraken Kitty-Headset-Serien auf ähnliche Ästhetik, aber für Peripherie. Im deutschsprachigen Raum gibt es mit CatOne (gegründet 2022) einen direkten Konkurrenten, der ein Gehäuse mit flexiblen Silikon-Ohren anbietet, der Einschaltknopf dort ist aber ein einfacher runder Taster. MiaoMods hebt sich durch die haptische Finesse ab: Das Klickgefühl der Pfote entsteht durch einen maßgefertigten Mikroschalter mit Silikon-Dämpfung, der in Japan gefertigt wird (Kosten pro Stück: 4,20 Euro, doppelt so teuer wie ein Standard-Switch).
Der Preis liegt bei UVP 149 Euro (zzgl. Versand). Damit positioniert sich das CatCase V2 zwischen Einsteigermodellen (70–100 Euro) und Premium-Gehäusen (200 Euro+). Für ein Nischenprodukt mit Sonderanfertigung ist das moderat.
Technische Spezifikationen und Verfügbarkeit
- Abmessungen: 420 (H) x 210 (B) x 400 (T) mm, Standard-ATX.
- Mainboard-Kompatibilität: ATX, Micro-ATX, Mini-ITX.
- Netzteil: Standard-ATX, bis 160 mm Länge.
- Grafikkarten: bis 340 mm Länge (ohne Frontlüfter).
- Kühlung: Platz für bis zu sechs 120-mm-Lüfter (drei vorne, zwei oben, einer hinten) oder zwei 240-mm-Radiatoren.
- Material: 0,8 mm SECC-Stahl, Front aus ABS-Kunststoff mit strukturierter Oberfläche.
Die Katzenohren sind mit einem UVP-Lüftergitter ausgestattet, das zwei 120-mm-Lüfter aufnimmt. Kabelmanagement ist durch seitliche Abdeckungen versteckt. Ein 5,25-Zoll-Laufwerksschacht fehlt, das Gehäuse ist auf moderne SSD- und M.2-Nutzung ausgelegt. Mitgeliefert werden zwei MiaoMods-eigene 120-mm-Lüfter (PWM, 800–1.800 U/min, max. 28 dB(A)).
Interessant: Der Power-Button hat eine integrierte RGB-Beleuchtung (per Adressierbarer 3-Pin-Stecker), die Pfote leuchtet beim Booten kurz auf und schaltet dann auf Standby-Licht. MiaoMods liefert ein Treiber-Tool für Windows, das das Leuchtverhalten anpassen kann. Das geht über simple Hardware-Emulation hinaus.
Der Vertrieb läuft zunächst direkt über die MiaoMods-Webseite und ausgewählte Partner wie Alternate und Caseking. Eine zweite Charge ist für September 2024 geplant, falls die Nachfrage anhält. Bisher liegen 2.300 Vorbestellungen aus der Kickstarter-Kampagne vor.