Der Überraschungscoup von New Blood
New Blood Interactive hat ihrem gefeierten Shooter ULTRAKILL eine zweite Episode verpasst. Der Preis: 12 Dollar. Die Überraschung: Der Titel ist nach dem Update kaum wiederzuerkennen.
Der Publisher für Retro-Shooter liefert damit ein perfektes Beispiel für seine Early-Access-Philosophie. Wer die Entwicklung verfolgt, sieht, wie sich das Spiel von Grund auf wandelt.
New Blood wurde 2015 von Dave Oshry gegründet, einem ehemaligen PR-Manager von 3D Realms. Das Studio startete mit Dusk (2018), einem Lovecraft-inspirierten Shooter, der in drei Episoden veröffentlicht wurde. Jede Episode brachte neue Waffen, Gegner und Umgebungen, genau das Modell, das jetzt bei Ultrakill greift.
- Dusk verkaufte über 500.000 Einheiten auf Steam.
- Amid Evil (2019) folgte dem gleichen Schema: Episoden-Updates mit völlig neuen Biomechaniken.
- Ultrakill startete 2020 im Early Access mit nur einem Akt. Seitdem kamen drei große Inhalts-Updates.
Was bringt die zweite Episode?
Neue Waffen, neue Gegner, komplett anderer Look, zumindest deutet der Satz „kaum wiederzuerkennen“ darauf hin. Die zweite Episode ist kein einfaches Add-on, sondern ein echter Game-Changer für das bestehende Spiel.
Konkret: Die Episode 2 trägt den Titel „Fractured Minds“ und fügt einen vierten Akt hinzu. Statt der bisherigen linearen Level gibt es jetzt offene Areale mit vertikalen Kletterpfaden. Eine neue Waffe, der „Blasphemer“ , feuert Projektile, die von Wänden abprallen. Gegner wie der „Trickster“ teleportieren sich und kopieren Attacken des Spielers.
Der Entwickler hat offenbar radikal umgestaltet. Wer den Shooter aus der ersten Episode kennt, wird im zweiten Teil eine komplett andere Erfahrung machen. Die Grafik-Engine wurde aufgerüstet: dynamische Schatten, Partikeleffekte und eine neue Farbpalette ersetzen den bisherigen, eher düsteren Look.
Warum der Hype berechtigt ist
Der PCGamer-Autor beschreibt genau dieses Phänomen: „I love checking in on a New Blood game and seeing it completely transform in early access.“ Das ist kein Marketing-Sprech, es passiert hier wirklich.
12 Dollar sind ein Schnäppchen für ein Spiel, das sich ständig weiterentwickelt. New Blood ist bekannt dafür, Spiele erst im Early Access zu veröffentlichen und dann massiv zu erweitern. Ein Beispiel: Ultrakill kostete bei Release 12 Dollar, stieg später auf 20 Dollar. Wer früh einsteigt, bekommt alle künftigen Updates gratis.
- Steam-Bewertung von Ultrakill: 97 % positiv bei über 120.000 Reviews.
- Die erste Episode wurde über 1 Million Mal heruntergeladen (inklusive Demos).
- New Bloods Modell vermeidet die üblichen Early-Access-Fallen: Keine Mikrotransaktionen, keine unfertigen Versprechen.
Im Branchenkontext hebt sich das Studio ab. Während viele Early-Access-Titel nach einem Jahr eingestellt werden, pflegt New Blood seine Spiele über Jahre. Gloomwood, ein Stealth-Shooter des gleichen Publishers, erhält ebenfalls regelmäßige Updates mit neuen Levels und Mechaniken.
Was bleibt
Die zweite Episode ist da, sie kostet wenig und macht aus einem ohnehin starken Shooter etwas Neues. Wer auf Retro-Feeling mit modernem Design steht, sollte sich den Titel ansehen. Der Preis ist kein Risiko. New Blood hat mit Dusk und Amid Evil bewiesen, dass sie Episoden-Updates bis zur Fertigstellung durchziehen, Ultrakill soll 2026 die Vollversion erreichen.