Erstmals öffentlich spielbar
Angekündigt wurde Total War: Warhammer 40,000 bei den Game Awards 2025. Auf der gamescom 2026 in Köln stand es erstmals öffentlich zum Anspielen bereit, und zwar nicht als Videoschleife, sondern an echten Stationen mit Maus und Tastatur.
- Gespielt wurde eine als „Alpha Build" gekennzeichnete Fassung auf PC.
- Zu sehen gab es eine Echtzeitschlacht, keine Kampagnenkarte.
- Ein Timer lief mit; die Nachbarstation stand auf halber Spielgeschwindigkeit, die Zeitsteuerung mit Pause, Play und Geschwindigkeitsstufen ist also unverändert an Bord.
Das ist der entscheidende Unterschied zu dem, was in den Tagen davor durch die Timelines lief: Das kursierende Gameplay-Material stammt aus derselben Messefassung, aber hier saß man selbst davor.
Shattered Expressway: der Auftrag
Der Ladebildschirm liefert die Einordnung mit, im typischen Behördenton des Imperiums.
- Schauplatz ist die Karte Shattered Expressway (Delta) im Predation-System, Subsektor Tallow Stars.
- Die Lage: Eine astropathische Relaisstation wurde von orkoiden Xenos-Formen eingenommen, der Auftrag lautet Rückeroberung.
- Siegbedingung ist Annihilation, also die vollständige Vernichtung der gegnerischen Streitkräfte.
- Angetreten sind die Ultramarines als Verteidiger gegen den Orkclan Deff Makerz.
Bemerkenswert ist die Auswahl: Statt einer neutralen Tech-Demo bekommt man einen benannten Clan und ein benanntes Ordenskapitel — ein Hinweis darauf, wie kleinteilig Creative Assembly die Fraktionen unterteilt. Auf der Aufstellungsseite blieben mehrere Armeeslots leer, das Gefecht war also bewusst klein gehalten.
Was im Gefecht anders ist
Wer die Fantasy-Trilogie kennt, findet sich sofort zurecht: Einheitenkarten unten, Einheiteninfo links, Kamera frei über dem Schlachtfeld. Die Unterschiede stecken in den Details.
- Die Einheitenkarte weist den Schaden getrennt nach Zieltypen aus. Bei den Slugga Boyz, einer leichten Nahkampfinfanterie mit hundert Modellen, steht „Firepower Versus" mit Balken für Light, Medium und Heavy. Panzerung ist damit keine einzelne Zahl mehr, sondern eine Frage, gegen wen man was schickt.
- Armeefähigkeiten ersetzen die Magie. Das Tutorial erklärt ein Cluster-Bombardement: Fähigkeit auswählen, dann per Rechtsklick eine Linie über das Feld ziehen, entlang der die Bomben fallen. Statt eines Kreises also ein Pfad, der quer durch eine vorrückende Formation gelegt wird.
- Links am Rand liegen getrennte Leisten für Reserves und Orders mit eigenen Zählern. Nachschub und Befehle sind damit sichtbare, begrenzte Ressourcen und keine reine Kulisse.
- Die Ork-Seite kämpft erwartungsgemäß über Masse: dichte Blöcke, die sich um Deckungen und Gebäude schieben, während die Marines von Feuerlinien und Positionen leben.
Vier Fraktionen, eine neue Engine
Über die Messefassung hinaus hat Creative Assembly den Rahmen abgesteckt.
- Zum Start sind vier Fraktionen geplant: Space Marines, Orks, Aeldari und Astra Militarum.
- Warlords sollen anpassbar sein, inklusive eines Chapter-Editors für eigene Ordensfarben und -abzeichen.
- Das Spiel läuft auf Warcore, einer neu gebauten Engine, die erstmals auch Konsolen bedienen soll.
- Nachfolger sind ausdrücklich nicht geplant. Statt einer neuen Trilogie soll ein Titel über Jahre per Erweiterungen wachsen.
Gerade der letzte Punkt ist eine Ansage an die eigene Vergangenheit: Die Fantasy-Reihe zwang Fans über drei Vollpreisspiele, um die ganze Weltkarte zu bekommen.
Termin
Eine Closed Beta ist noch für 2026 angekündigt, die Anmeldung läuft über die Steam-Seite. Der Release ist frühestens 2027 angesetzt, ein Datum nennt Sega nicht. PC ist die Leitplattform, PlayStation 5 und Xbox Series X|S sollen folgen, ohne eigenen Termin.
Fazit
Die Messefassung beantwortet die wichtigste Frage: Ja, das funktioniert. Formationen, Deckung und Fernkampf greifen ineinander, ohne dass sich Total War verbiegen müsste, und das Bombardement per gezogener Linie ist die erste Mechanik, die man aus der Fantasy-Trilogie nicht kennt.
Einschränkend gilt: Eine einzelne Schlacht in einer Alpha-Build zeigt vom eigentlichen Kern eines Total War — der Kampagne, dem Verwalten von Provinzen, dem Aufeinandertreffen asymmetrischer Fraktionen über Dutzende Runden — noch gar nichts. Wie sich Orks und Marines wirtschaftlich unterscheiden, blieb in Köln offen. Bis zur Closed Beta bleibt das der spannendste unbeantwortete Punkt.